Zusatzqualifikation

Das Institut bietet seit 2015 eine neue Form der beruflichen Weiterbildung für die Gerberei- und Lederindustrie in Form einer staatlich anerkannten und IHK-geprüften Zusatzqualifikation in Gerberei- und Ledertechnik. Kernstück der 10-monatigen Ausbildung sind 7 Präsenzwochen (siehe Ablauf oder Voranmeldung/Termine) in Freiberg, während denen die wichtigsten theoretischen Inhalte und praktische Übungen zu allen Prozessschritten der Lederherstellung sowie Ökologie, Maschinenkunde, Qualitätssicherung und Arbeitsschutz vermittelt werden. Ergänzt werden die Präsenzseminare durch Selbstlernphasen. Die hohe Handlungsorientierung der Weiterbildung spiegelt sich in der Prüfung wider, die neben einer schriftlichen Prüfung auch aus der Bearbeitung einer praxisbezogenen Projektarbeit und deren Präsentation besteht.

Diese Form der Weiterqualifizierung von Fachkräften der Branche baut auf dem bestehenden Ausbildungsgang zum Industriemeister Fachrichtung Chemie oder einer angrenzenden Fachrichtung auf. Die Meisterausbildung sorgt neben den fachlichen Grundlagen vor allem für die fachrichtungsübergreifende Basisqualifikation (Betriebsführung, Rechnungswesen, Personalwesen usw.) sowie die berufs- und arbeitspädagogische Qualifikation (Ausbildereignungsnachweis) der Fachkräfte. 

Gemäß dem Europäischen Qualifizierungsrahmen schließt die neue Zusatzqualifikation an die berufliche Erstausbildung als höherer nationaler Abschluss (Higher National Degree) an. Zusammen mit dem Industriemeister Chemie oder einer branchennahen Fachrichtung kompensiert sie vollständig den Qualifikationsgrad des einstigen Technikers.

Im Februar 2016 wird am Forschungsinstitut für Leder und Kunststoffbahnen (FILK) erneut dieses Qualifizierungsprogramm für die Gerberei- und Lederindustrie anbieten. Die IHK-geprüfte Zusatzqualifikation soll die Lücke, die durch den Wegfall des Ledertechnikers entstanden ist, schließen und eine gezielte Weiterbildung von Fachkräften in der Branche ermöglichen.Kernstück der berufsbegleitenden, 10-monatigen Qualifizierung ist die 7-wöchige Präsenzphase in Freiberg, während der die wichtigsten theoretischen Inhalte und praktische Übungen vermittelt werden. Ergänzt werden die Präsenzseminare durch selbstorganisiertes Lernen und das eigenständige Bearbeiten einer Projektarbeit.  Die Kosten für die Zusatzqualifikation betragen 4.250,00 € und beinhalten auch die Lehrmaterialien.

Termine Präsenzwochen 2016:

1. Woche: 29. Februar - 04. März 2016

2. Woche: 11. - 15. April 2016
3. Woche: 18. - 22. April 2016

4. Woche: 30. Mai - 03. Juni 2016
5. Woche: 06. - 10. Juni 2016

6. Woche: 12. - 16. September 2016
7. Woche: 19. - 23. September 2016

Um den Bedarf für das Jahr 2016 zu bestimmen, werden alle interessierten Teilnehmer gebeten, sich bis zum 30. Oktober 2015 mit der beigefügten Voranmeldung zu registrieren. Der Ausbildungvertrag wird dem Teilnehmer dann nach diesem Termin zugesandt. 

Klicken Sie hier, um die Voranmeldung herunterzuladen (ausfüllbares PDF)

Interessenten senden bitte das entsprechende Anmeldeformular und die Arbeits- und Qualifikationsnachweise an die Personalstelle FILK Freiberg:

Forschungsinstitut für Leder und Kunststoffbahnen gGmbH
Personalwesen Frau Katrin Zeibe
Meißner Ring 1-5 09599 Freiberg

Oder per email an: katrin.zeibe@filkfreiberg.de

Wir freuen uns auf reges Interesse!

Inhalte und Ablauf gemäß der Besonderen Rechtsvorschrift für die Fortbildungsprüfung „Zusatzqualifikation im Bereich polymerer Werkstoffe“ aufgrund des Beschlusses des Berufsbildungs­ausschusses der IHK Dresden vom 8. Oktober 2012

Mit der staatlich anerkannten und durch die IHK geprüften Zusatzqualifikation auf dem Gebiet der polymeren Werkstoffe Modul "Gerberei- und Ledertechnik" wird den Beschäftigten der Industrie eine Möglichkeit geboten, sich fokussiert weiterzubilden und zu spezialisieren.

Die Themenschwerpunkte sind in Material- und Rohstoffkunde, Technologie, Maschinenkunde, Ökologie, Qualitätssicherung und Verarbeitung gegliedert. 

Lerninhalte Gerberei und Ledertechnik 

1. Rohwaren der Lederherstellung

  • Hautaufbau
  • Vorbereitung der Rohware für den Gerbereiprozess

2. Technologie der Leder- und Pelzherstellung

  • vorbereitende Prozesse für den Gerbprozess
  • Gerbprozesses
  • Nasszurichtung
  • Oberflächenveredelung

3. Gerbereimaschinenkunde

  • Mengen- und Energiebilanzen
  • Apparate, Maschinen und technische Hilfseinrichtungen
  • Wechselwirkungen zwischen Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffen und Werkstoffen
  • Betreiben von Maschinen

4. Ökologie der Lederherstellung

  • Gefährdungspotentiale
  • Auswirkungen auf die Umwelt
  • Wirtschaftliche Nutzung von Nebenprodukten
  • rationelle Nutzung von Energie und Ressourcen

5. Qualitätssicherung

  • Bewerten des fertigen Leders
  • Lederqualität unter Berücksichtigung der (Kunden-)Anforderung
  • Qualitätssicherungsmaßnahmen
  • anforderungsgerechte Lagerung und Transport

6. Werkstoffverarbeitung

  • Verfahren zur Lederverarbeitung
  • Wechselwirkungen zwischen Leder und anderen Werkstoffen

Download Ablauf und Präsenztermine

Der Lehrplan für die Zusatzqualifikation setzt spezifische Qualifikationen der Kursteilnehmer voraus. Hierzu zählen unter­schiedliche Industriemeisterabschlüsse der entsprechenden bzw. auch angrenzenden Fachrichtungen und dem Meisterniveau gleichwertige oder höhere Abschlüsse, wie beispielsweise Techniker, Bachelor oder Master. Für Teilnehmer ohne einen dieser Abschlüsse, die aber ausreichend Berufserfahrung vorweisen können, ist die Teilnahme ebenfalls möglich.

Bei der Lehrmittelerstellung wurde der Indus­trie­meister Fachrichtung Chemie als Basis­qualifikation angenommen, da dieser durch seinen Aufbau und Lehrinhalte optimale Voraussetzungen bietet. Er wird bundesweit von verschiedenen Bildungseinrichtungen angeboten, unter anderem von der Sächsischen Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden mbH (SBG Dresden). Diese ist Bildungspartner des FILK und hat Teile des Kurses so angepasst, dass er gezielt auf die Zusatzqualifikation vorbereitet.

§2 Besondere Rechtsvorschrift für die Fortbildungsprüfung Zusatzqualifikation im Bereich polymerer Werkstoffe

(1) Zur Prüfung ist zuzulassen, wer

1. eine mit Erfolg abgelegte Industriemeisterprüfung, die wesentliche Bezüge zu dem zu prüfenden Handlungsfeld hat oder

2. eine erfolgreich abgelegte Abschlussprüfung der Ausbildereignungsverordnung und eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem Ausbildungsberuf, der wesentliche Bezüge zu dem zu prüfenden Handlungsfeld hat und danach eine mindestens 3-jährige einschlägige Berufspraxis oder

3. eine erfolgreich abgelegte Abschlussprüfung der Ausbildereignungsverordnung und ein abgeschlossenes Fachschul-, Fachhochschul- oder Hochschulstudium, mit wesentlichen Bezügen zu dem zu prüfenden Handlungsfeld hat.

(2) Abweichend von Absatz 1 kann zur Prüfung auch zugelassen werden, wer durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft macht, das er Kenntnisse; Fertigkeiten und Erfahrungen erworben hat, die eine Zulassung zur Prüfung rechtfertigen.

Ziele, Inhalte und Methoden des Lehrganges sind konsequent darauf ausgerichtet, die Berufstätigkeit der Teilnehmer weitestgehend zu ermöglichen. Kernstück dieses berufsbegleitenden Kurses sind sieben Präsenzwochen in Freiberg, während denen die wichtigsten theoretischen Inhalte und praktische Übungen vermittelt werden.

Ergänzt werden die Präsenzseminare durch Selbststudium und das eigenständige Bearbeiten einer Projektarbeit. Für diese Aufgaben müssen während der gesamten Lehrgangsdauer kontinuierlich ca. 10 Wochenstunden von den Teilnehmern eingeplant werden. Der Kurs erfordert daher vom Teilnehmer ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Lernbereitschaft.

Die Lehrmaterialien und das methodisch-didaktische Lehr- und Lernkonzept sind so angelegt, dass die Teilnehmer im Qualifizierungsprozess zu einer systematischen Erfassung von Erfahrungswissen im Arbeitsumfeld angeleitet werden. Bei der Bearbeitung von exemplarischen Situationsaufgaben setzen die Teilnehmer sich praxisbezogen mit den Lehrgangsinhalten auseinander. Durch die Vernetzung von Berufserfahrungen und neu erworbenem Wissen während der Erstellung der Projektarbeit wird eine Handlungskompetenz entwickelt, welche über rein theoretisches Fachwissen hinausgeht und die Teilnehmer für den Einsatz in den unteren betrieblichen Führungsebenen befähigt.

Die Handlungsorientierung der Weiterbildung spiegelt sich auch im dreiteiligen Aufbau der Prüfungsleistung wieder: schriftliche Prüfung, Bearbeitung einer betrieblichen Aufgabenstellung (Projektarbeit) und Präsentation der Projektarbeit mit anschließendem Fachgespräch. Somit wird gewährleistet, dass die Absolventen nicht nur theoretisches Wissen wiedergeben können, sondern ebenso fähig sind, dieses praxisbezogen anzuwenden.

Nach acht Monaten Lernphase wird in der Regel Ende September / Anfang Oktober die schriftliche Prüfung erfolgen. Wird diese bestanden, so beginnt nach Bekanntgabe des Ergebnisses die Bearbeitungszeit für die Projektarbeit, welche voraussichtlich Ende November präsentiert wird.

Die Gesamtnote wird aus dem arithmetischen Mittel der drei Prüfungsteile berechnet. Nach Bestehen der Prüfung, erhält der Teilnehmer von der IHK Dresden Urkunde und Zeugnis über die erfolgreich abgeschlossene Zusatzqualifikation im entsprechenden Handlungsfeld.

Bitte richten Sie Fragen zu Ablauf und Inhalt an:

FILK gGmbH
Claudia Franz 
Tel.: 03731 366-124
claudia.franz@filkfreiberg.de