AUFGABENSTELLUNG
Die Kooperationspartner Isolab GmbH und FILK Freiberg Institute gGmbH entwickeln eine innovative Methode zur sicheren und zuverlässigen Nachweisbarkeit der regionalen Herkunft von Rinderhäuten und Leder. Durch die Analyse von Multielement-Isotopenverhältnissen können charakteristische chemische „Fingerabdrücke“ identifiziert werden, die spezifisch für bestimmte geografische Regionen sind. Diese Methode soll eine objektive Basis für die Herkunftskontrolle liefern und die Transparenz in der Lederlieferkette stärken. Als innovativer Teil auf Seiten des FILK steht die Entwicklung eines Entgerbverfahrens im Vordergrund. Hierzu sollen die eingebrachten Gerbchemikalien aus dem Leder wieder entfernt werden, um das native Isotopenmuster analysieren zu können. Dadurch soll die Rückverfolgbarkeit auch für Leder gewährleistet werden.
PROJEKTZIEL | ARBEITSHYPOTHESE
Im Projekt soll die Rückverfolgung von unbekannten Lederproben bis auf die regionale Herkunft untersucht und validiert werden. Dazu wird eine umfassende Datenbank mit Isotopenwerten aus verschiedenen Produktionsregionen aufgebaut. Aus diesen Daten werden regionale Isotopenmuster („Fingerabdrücke“) abgeleitet, die anschließend auf unbekannte Proben angewendet und zur Zuordnung herangezogen werden. Bei Leder besteht die Herausforderung, dass sich durch die eingesetzten Chemikalien das Isotopenmuster in den Produkten verändert hat. Ziel des Teilprojektes "Entgerbung von Rindshäuten" ist daher, eine mögliche Rückabwicklung des Gerbvorgangs zu untersuchen und die nativen Isotopenverhältnisse wieder sichtbar zu machen.
NUTZEN | AUSBLICK
Die entwickelte Herkunftsanalyse stellt ein wissenschaftlich fundiertes Instrument dar, um die Angaben von Herstellern, Händlern oder Kunden über die Herkunft von Lederprodukten zu überprüfen. Sie unterstützt die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards, verhindert Fälschungen und stärkt das Vertrauen in die Lieferkette. Insbesondere für Kontrollbehörden, Zertifizierungsstellen und nachhaltig orientierte Unternehmen bietet die Methode eine wertvolle Grundlage für transparente und nachweisbare Entscheidungen. Zugleich kann mit der erfolgreichen Entwicklung eines Entgerbverfahrens auch die Rückverfolgbarkeit für verarbeitete Produkte unterstützt werden, bei deren Produktion Chemikalien Einfluss auf die Isotopenverhältnisse nehmen.
FORMALE ANGABEN | PROJEKTLEITER FILK | PROJEKTPARTNER |
Programm: ZIM Förderkennzeichen: KK5332114HV4 Projektbeginn: 11.2024 Laufzeit: 36 Monate | Stefan Dittrich | Andreas Roßmann, Isolab GmbH Schweitenkirchen |


