Virtualisierung im Innovationsprozess für designbasierte Konsumgüter aus formflexiblen Materialien

Das IGF-Vorhaben 19120 BG der Forschungsvereinigung Forschungskuratorium Textil e. V., Reinhardtstraße 12-14, 10117 Berlin wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.Wir bedanken uns für die gewährte Unterstützung.


Die Komplexität des Innovationsprozesses für designbasierte Konsumgüter aus formflexiblen Materialien nimmt durch stetig steigende Anforderungen hinsichtlich sinkender Stückzahlen bis hin zur Individualisierung der Produkte kontinuierlich zu. Mithilfe der in diesem Forschungsprojekt entwickelten Werkzeuge und Methoden wird erstmalig eine ganzheitliche Beschreibung und Analyse des Innovationsprozesses der Textil-, Kunstleder und Möbelindustrie hinsichtlich möglicher Digitalisierungslösungen ermöglicht. So kann durch die Verankerung der identifizierten Digitalisierungslösungen im entwickelten Innovationsprozessframework die Entscheidungsfindung der Unternehmen auf dem Weg zum digitalen und virtuellen Innovationsprozess erleichtert und durch Detailinformationen fundiert werden. Der erarbeitete Virtualisierungskatalog schafft dabei eine Struktur, um Digitalisierungslösungen jeder Art (komplexe Softwarelösungen oder auch einfache Formeln zu Berechnung der Materialparameter) zu analysieren und objektiv zu beschreiben. Der besondere Fokus liegt dabei auf den für die Entscheidungsfindung relevanten Informationen zum Aufwand in der Einführungsphase, im Betrieb sowie dem dadurch geschaffenen Nutzen.

Der erarbeitete Virtualisierungskatalog schafft in Verbindung mit der entwickelten Methode zur Entscheidungsfindung die Grundlage für die Digitalisierung der Entwicklungsprozesse der betrachteten Branchen. Das Ergebnis zeichnet hierbei aus, dass es sich um eine branchenorientierte Lösung handelt, die in der Lage ist, die Besonderheiten der jeweiligen Innovationsprozesse zu berücksichtigen und in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen. Der Virtualisierungskatalog basiert auf der entwickelten Struktur zur Beschreibung von Virtualisierungslösungen sowie ersten klassifizierten Lösungen zu Digitalisierung einzelner Entwicklungsschritte. Der Virtualisierungskatalog kann beliebig erweitert werden und bietet den Anbietern von Digitalisierungslösungen einen zusätzlichen Kanal zur Adressierung potentieller Kunden.

Die Digitalisierung der Innovationsprozesse erlaubt KMU die Erschließung neuer Geschäftsfelder. Made-to-Measure-Produkte, aber auch kundenindividuelle Entwicklungen sind jetzt für viele KMU mögliche weitere Optionen, da die Skalierung der Produkte und der Produktion durch eine konsequente Digitalisierung der Entwicklung signifikant erleichtert wird. So können auch komplementäre digitale Dienstleistungen (z. B. Möbel zur Überwachung der Vitalwerte) einfacher realisiert werden. Damit können hybride Produkte als neues Geschäftsfeld erschlossen werden. Geringere Entwicklungskosten für Varianten stärken die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, können aber auch dazu genutzt werden, Produkte günstiger anzubieten und damit den möglichen Kundenkreis für die Produkte zu erweitern.

 

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