Werkstoffökologie und Nachhaltigkeit in der Lederherstellung

Flexible Flächenwerkstoffe wie Leder sind eng mit dem menschlichen Alltag und unserem Konsumverhalten verbunden. Mit wechselnder Thematik und Intensität stehen sie deshalb im Fokus zahlreicher Medien und gesellschaftlicher und fachlicher Diskussionen. Neben ihren hygienischen Qualitäten, der Nachhaltigkeit ihrer Herstellung und Nutzung stehen auch ökologische und wirtschaftsethische Fragen sowohl aus lokaler als auch globaler Sicht im Mittelpunkt der Diskussion.

Das FILK Freiberg ist speziell für Leder eine kompetente, unabhängige und gemeinnützige Forschungseinrichtung mit einem hohen technologischen wie materialseitigen Verständnis. Neben Forschungs- und Entwicklungsprojekten, die sich mit neuen oder verbesserten Produkteigenschaften oder Technologien zu deren Herstellung befassen, werden auch immer wieder Aufgabenstellungen bearbeitet, die sich mit ökologischen und humanygienischen Aspekten befassen.

Besonderes hinsichtlich der Werkstoffökologie von Leder wurden schon Ende der 1990er Jahre in einem Projekt „Vergleich der verschiedenen Gerbarten auf ihre ökologische Gesamtwirkung“ umfangreiche Erkenntnisse gewonnen, die bis heute die Basis für ökologische Bewertungs- und Auditierungssysteme in der Gerberei- und Lederindustrie darstellen.

Sozusagen eine Übersetzung dieser Arbeiten für Nichtfachmänner bietet die Broschüre „Ökologische Aspekte wichtiger Gerbverfahren“, die verfasst von Prof. Dr. Günter Reich, beim Herausgeber, der Forschungsgemeinschaft Leder e. V:, Frankfurt erhältlich ist.

Die aktuellen Diskussionen um Nachhaltigkeit und Ökologie einer zunehmend kritischeren Öffentlichkeit haben die Lederbranche in Bewegung gebracht. Die Leather Working Group bündelt die Anstrengungen großer Markenhersteller, der Lederhersteller und deren Lieferanten, um den verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt in der Branche zu stärken und zu verbessern.

Die CO2-Emissionen und Energieeffizienz haben sich als weitere Qualitätsmerkmale hin-sichtlich der Umweltverträglichkeit etabliert. Initiiert vom Verband der Deutschen Lederindustrie hat die Forschungsgemeinschaft Leder e. V. mit ECO2L (Energy Controlled Leather) das weltweit erste CO2- und Energielabel für Gerbereien entwickelt und damit ein Werkzeug geschaffen, mit dem Gerbereien ihre energetischen Abläufe und den CO2-Ausstoß sichtbar und vergleichbar machen können. Gleichzeitig werden Ansätze für eine kontinuierliche Senkung von Verbrauch und Ausstoß geliefert. Das FILK engagiert sich hierbei als Zertifizierungsstelle für den VDL.

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