DIN EN ISO 177

Prüfung nach ISO 177: Kunststoffe – Bestimmung der Migration von Weichmachern

Unser Labor führt die Prüfung nach DIN EN ISO 177 zur Bestimmung der Migrationsneigung von Weichmachern aus Kunststoffen in angrenzende Materialien durch. Das Verfahren untersucht, in welchem Umfang Bestandteile aus einem weichmacherhaltigen Kunststoff bei engem Kontakt in ein anderes Material, einen anderen Kunststoff oder eine organische Oberflächenbeschichtung übergehen können.

Die Prüfung eignet sich insbesondere für weichmacherhaltige Kunststoffe in Form von Folien und Platten sowie für daraus hergestellte Produkte. Auch beschichtete Trägermaterialien, beispielsweise mit weichmacherhaltigen Vinylharzen beschichtete Textilien, können untersucht werden. Damit ist die Methode unter anderem für Kunststoffe, Elastomere und Folien sowie Kunstleder und beschichtete Textilien relevant.

Durchführung der Prüfung DIN EN ISO 177

Ein Probekörper aus dem zu untersuchenden Kunststoff wird zwischen zwei weichmacherabsorbierende Kontaktscheiben gelegt und unter definiertem Druck und bei erhöhter Temperatur gelagert. Als Kontaktmaterial können geeignete Referenzmaterialien oder – für anwendungsbezogene Untersuchungen – das Material verwendet werden, mit dem der Kunststoff bei seinem vorgesehenen Einsatz tatsächlich in Kontakt kommt.

Nach der Lagerung werden Probekörper und Kontaktscheiben erneut gewogen. Der Masseverlust des Kunststoffs sowie die Massezunahme der absorbierenden Kontaktscheiben dienen zur Bewertung der Migration. Die Norm sieht standardmäßig eine Lagerung über 24 Stunden bei 70 °C vor; abhängig von der Anwendung können auch andere Temperaturen beziehungsweise längere Prüfzeiten zur Untersuchung des zeitlichen Verlaufs der Migration eingesetzt werden.

Anwendungen des Tests

DIN EN ISO 177 ermöglicht den Vergleich weichmacherhaltiger Kunststoffe hinsichtlich ihrer Neigung, mobile Bestandteile an angrenzende Materialien abzugeben. Dies ist beispielsweise bei Weich-PVC-Folien, Kunststoffbahnen, beschichteten Textilien und anderen Materialverbunden relevant, bei denen Weichmachermigration zu Veränderungen an Kontaktflächen führen kann.

Mit dem Verfahren können Materialrezepturen, unterschiedliche Weichmachersysteme und Migrationsbarrieren miteinander verglichen werden. Ebenso lässt sich untersuchen, wie sich die Wahl des Kontaktmaterials oder unterschiedliche Einsatztemperaturen auf die Migration auswirken. Die Prüfung erfasst dabei die durch Migration verursachte Masseänderung; sie ist keine chemische Einzelstoffbestimmung eines bestimmten Weichmachers.

Verwandte Prüfungen

Die Migrationsechtheit nach DIN EN ISO 15701 bewertet die Übertragung von Farbstoffen aus Leder und anderen Materialien auf einen Polymerwerkstoff. Für Textilien und beschichtete Textilien steht außerdem die DIN EN ISO 105-X10 zur Bestimmung der Migration von Textilfarbstoffen in Polyvinylchlorid-Beschichtungen zur Verfügung.

Hier finden Sie auch eine Übersicht über unser Prüfangebot nach DIN-, CEN- und ISO-Normen.



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