Prüfung nach ISO 527-1: Kunststoffe – Bestimmung der Zugeigenschaften – Teil 1: Allgemeine Grundsätze
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Unser Labor führt die Bestimmung der Zugeigenschaften nach DIN EN ISO 527-1 im akkreditierten Verfahren durch. Die Norm legt die allgemeinen Grundsätze für Zugprüfungen an Kunststoffen und Kunststoff-Verbundwerkstoffen fest und bildet die methodische Grundlage der Normenreihe DIN EN ISO 527. Unter definierten Prüfbedingungen werden das Zugverformungsverhalten und die Spannungs-Dehnungs-Beziehung eines Werkstoffs untersucht. Dabei können unter anderem Zugfestigkeit, Zugmodul, Streck- und Bruchkennwerte sowie verschiedene Dehnungskennwerte bestimmt werden.
Die Norm umfasst ein breites Spektrum steifer und halbsteifer thermoplastischer und duroplastischer Kunststoffe sowie gefüllter und faserverstärkter Verbundwerkstoffe. Die jeweils anzuwendenden Probekörper und speziellen Prüfbedingungen werden in den weiteren Teilen der Normenreihe festgelegt. Für Form- und Extrusionsmassen führt das FILK die Prüfung nach DIN EN ISO 527-2 im akkreditierten Verfahren durch.
Durchführung der Prüfung DIN EN ISO 527-1
Beim Zugversuch wird der Probekörper in einer Zugprüfmaschine eingespannt und entlang seiner größten Hauptachse mit definierter Prüfgeschwindigkeit gedehnt. Die Beanspruchung wird bis zum Bruch oder bis zum Erreichen eines festgelegten Spannungs- beziehungsweise Dehnungswertes fortgeführt. Während der Prüfung werden die aufgebrachte Kraft und die Längenänderung des Probekörpers erfasst.
Aus den Messdaten wird die Spannungs-Dehnungs-Kurve bestimmt. Abhängig vom Werkstoff und dem anzuwendenden Teil der Normenreihe können daraus beispielsweise Zugfestigkeit, Zugmodul, Streckspannung, Bruchspannung sowie Dehnungskennwerte ermittelt werden. Probekörpergeometrie, Messlänge, Prüfgeschwindigkeit und weitere spezifische Bedingungen richten sich nach dem jeweiligen werkstoffbezogenen Teil der DIN-EN-ISO-527-Reihe.
Anwendungen des Tests
Die Zugprüfung nach DIN EN ISO 527 dient der grundlegenden mechanischen Charakterisierung von Kunststoffen und Kunststoff-Verbundwerkstoffen. Sie ermöglicht den Vergleich unterschiedlicher Werkstoffe, Rezepturen und Verarbeitungsbedingungen und liefert wichtige Kennwerte für Materialentwicklung, Werkstoffvergleich und Qualitätssicherung.
Für klassische Form- und Extrusionsmassen ist insbesondere die DIN EN ISO 527-2 relevant. Folien und dünne Tafeln werden nach DIN EN ISO 527-3 geprüft. Darüber hinaus können am FILK Zugprüfungen an isotropen und orthotropen faserverstärkten Kunststoffen nach DIN EN ISO 527-4 sowie an unidirektional faserverstärkten Kunststoffen nach DIN EN ISO 527-5 angeboten werden.
Verwandte Prüfungen
Die wichtigste werkstoffspezifische Ergänzung ist die Zugprüfung nach DIN EN ISO 527-2 für Form- und Extrusionsmassen. Für Folien und Tafeln unter 1 mm Dicke steht die DIN EN ISO 527-3 zur Verfügung. Ergänzend können die Biegeeigenschaften von Kunststoffen nach DIN EN ISO 178 und von faserverstärkten Kunststoffen nach DIN EN ISO 14125 bestimmt werden.
