FINAT FTM 29 Kratzbeständigkeit von Folien

FINAT FTM 29 Kratzbeständigkeit eines UV-Farbfilms auf unterschiedlichen Bedruckstoffen

Wir führen in unserem Labor die Prüfung nach FINAT FTM 29 zur Bestimmung der Kratzbeständigkeit von UV-Druckfarben und Lackschichten auf unterschiedlichen Bedruckstoffen durch. Die Prüfung dient der Bewertung der mechanischen Widerstandsfähigkeit ausgehärteter Farbfilme gegenüber definierten Kratzbeanspruchungen. Dadurch lässt sich beurteilen, ob Druckfarben und Lackierungen den mechanischen Belastungen während Verarbeitung, Transport und Gebrauch standhalten und dauerhaft ein hochwertiges Erscheinungsbild gewährleisten.

Anwendung der Prüfung nach FTM 29

Der Test nach FINAT FTM 29 dient der Beurteilung der Kratzfestigkeit bedruckter Selbstklebematerialien sowie anderer bedruckter Papier-, Folien- und Verbundmaterialien. Sie eignet sich insbesondere für Papieretiketten, Folienetiketten, BOPP-, PE-, PP-, PET- und PVC-Folien sowie weitere bedruckte Selbstklebekonstruktionen und Verpackungsmaterialien. Geprüft werden vor allem UV-härtende Druckfarben und UV-Lacke, das Verfahren kann jedoch ebenso für wasserbasierte oder lösemittelhaltige Druckfarben sowie Schutzlacke eingesetzt werden. 

Die Untersuchung liefert wichtige Informationen über den Vernetzungsgrad und die Qualität der Farbaushärtung sowie über die mechanische Widerstandsfähigkeit des Druckbildes gegenüber Kratzbeanspruchung. Dadurch lässt sich beurteilen, ob bedruckte Materialien den mechanischen Belastungen während Verarbeitung, Transport und Gebrauch dauerhaft standhalten.

Durchführung und Details der Prüfung

Bei der Prüfung nach FINAT FTM29 wird die Oberfläche des bedruckten Prüfmusters mit einem Sclerometer und einer Hartmetallspitze (Wolframkarbid) unter definierter Federkraft über eine festgelegte Prüflänge belastet. Die Federkraft wird schrittweise erhöht, bis eine sichtbare Veränderung des Farbfilms auftritt. Nach jedem Prüfschritt wird die Kratzspur visuell und gegebenenfalls mit einer Lupe beurteilt.

Dabei wird zwischen einer reinen Verformung der Farboberfläche und einem tatsächlichen Materialabtrag unterschieden. Wird Farbe abgetragen, erfolgt zusätzlich die Bewertung, ob lediglich ein Teil des Farbfilms entfernt wurde oder ob der Bedruckstoff vollständig freigelegt wird. Zur objektiven Beurteilung verwendet die FINAT FTM 29 eine dreistufige Bewertungsskala:

Stufe 1: Verformung der Farboberfläche ohne Farbabtrag.

Stufe 2: Teilweiser Abtrag des Farbfilms, ohne dass das Substrat sichtbar wird.

Stufe 3: Vollständiger Durchkratzen des Farbfilms bis zum Bedruckstoff.

Als angestrebtes Prüfergebnis gilt Stufe 1 bei möglichst hoher Prüfkraft. Die erforderliche Federkraft ist materialabhängig und wird für jedes Drucksystem individuell festgelegt, da sowohl die Härte des Farbfilms als auch die Steifigkeit des Bedruckstoffes das Prüfergebnis maßgeblich beeinflussen. Weiche Folien zeigen beispielsweise bereits bei geringeren Belastungen Verformungen des Substrats als starre Materialien.

Die Methode ermöglicht eine reproduzierbare Bewertung der Kratzfestigkeit sowohl bei Wiederholungsprüfungen identischer Druckprodukte als auch beim Vergleich verschiedener Material- und Druckfarbensysteme. Bei mehrfarbigen Druckbildern oder Kombinationen unterschiedlicher Druckverfahren können zusätzlich Haftungsprobleme zwischen den einzelnen Farbschichten erkannt und bewertet werden. Auch Druckfarben mit silikon- oder wachshaltigen Additiven lassen sich mit dem Verfahren untersuchen, da oberflächliche Schmier- oder Wachsschichten bei steigender Prüfkraft überwunden werden.

Fragen Sie gern diese Prüfung an oder informieren Sie sich über unser gesamtes FINAT-Prüfprogramm!



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