FINAT FTM 31 90°-Schälprüfung

FINAT FTM 31 - 90°-Schälprüfung zur Bestimmung der Spaltfortpflanzungskraft von kavitierten Folien (Ausbreitungskraft bei kavitierten Folien, die sich bei niedriger Geschwindigkeit bei 90° spalten)

Wir führen in unserem Labor die Prüfung nach FINAT FTM 31 zur Bestimmung der Spaltfortpflanzungskraft kavitatierter bzw. expandierter Mehrschichtfolien unter definierten 90°-Abzugsbedingungen durch. Die Prüfung dient der Bewertung der inneren Widerstandsfähigkeit von flexiblen, insbesondere kavitierten Folienstrukturen gegenüber fortschreitender Delamination bzw. Rissausbreitung unter Zugbeanspruchung bei niedriger Geschwindigkeit. Damit lassen sich mechanische Stabilität, Schichtkohäsion sowie das Versagensverhalten mehrschichtiger Folien unter praxisnahen Belastungen beurteilen.

Anwendung der Prüfung nach FTM 31

Der Test nach FTM 31 dient der Charakterisierung der Spalt- bzw. Delaminationsausbreitung innerhalb von kavitatierten oder strukturierten Mehrschichtfolien. Sie wird insbesondere eingesetzt zur Bewertung von BOPP-Mehrschichtsystemen sowie expandierten Folien, bei denen eine kontrollierte innere Trennung unter Zugbelastung auftreten kann.

Die Methode eignet sich zur Untersuchung der Widerstandsfähigkeit gegen innere Schichtversagen und liefert wichtige Informationen über die Prozess- und Gebrauchsstabilität solcher Materialien, beispielsweise hinsichtlich Verarbeitung, Konvertierung oder mechanischer Beanspruchung im Einsatz.

Durchführung und Details der Prüfung

Bei der Prüfung nach FINAT FTM31 werden aus dem Prüfmaterial definierte Streifen entnommen und zur Stabilisierung der Probe beidseitig mit Klebebändern verstärkt. Diese Verstärkung dient der kontrollierten Krafteinleitung sowie der Vermeidung eines vorzeitigen Materialversagens außerhalb der zu untersuchenden Spaltzone.

Die Proben werden mit definierten Zuglaschen versehen und so vorbereitet, dass eine kontrollierte Initiierung der Spaltfront durch kurzes manuelles Anreißen erfolgt. Anschließend wird die Probe in ein Zugprüfgerät eingespannt und bei einem 90°-Abzugswinkel mit einer konstanten Geschwindigkeit von 300 mm/min belastet.

Während der Prüfung wird die Kraft kontinuierlich erfasst. Aus einem stabilen Bereich der Messkurve werden Minimal-, Maximal- und Mittelwerte bestimmt. Zusätzlich wird die Lage der Versagenszone innerhalb der Folienstruktur dokumentiert, beispielsweise innerhalb einer Kavitätsschicht oder an Grenzflächen zwischen einzelnen Lagen.

Optional kann die Ausbreitungstiefe der Spaltfront über geometrische oder mikroskopische Verfahren bestimmt werden. Ebenfalls zu dokumentieren sind Materialrichtung (MD/TD), Probenhomogenität sowie die Art des Versagensverhaltens.

Bezug zu anderen Prüfungen für Folien / Label

Die nach FINAT FTM 31 ermittelten Kennwerte werden häufig im Kontext mechanischer Charakterisierung von Mehrschichtfolien eingesetzt und ergänzen andere Zug- und Schälprüfungen aus dem FINAT-Prüfprogramm. Besonders in Kombination mit Schälversuchen und Haftungsprüfungen liefern sie zusätzliche Informationen über die strukturelle Integrität und das Versagensverhalten komplex aufgebauter Folienmaterialien.

Fragen Sie gern diese Prüfung an oder informieren Sie sich über unser gesamtes FINAT-Prüfprogramm!



Prüflabor-Anfrage

Kontakt

FILK Freiberg Institute gGmbH
Meißner Ring 1-5
D-09599 Freiberg

Fon: +49-(0)3731-366-0
Fax: +49-(0)3731-366-130
E-Mail: mailbox@filkfreiberg.de