Prüfung nach VDA 230-227 – Bestimmung der Scheuerbeständigkeit von Textilien mit dem Martindale-Verfahren
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Unser Labor führt die Prüfung nach VDA 230-227 zur Bestimmung der Scheuerbeständigkeit von Automotive-Textilien mit dem Martindale-Verfahren durch. Der Test ermittelt das Verhalten textiler Flächengebilde unter wiederholter Abriebbeanspruchung bis zu einer festgelegten Tourenzahl beziehungsweise bis zur Probenzerstörung.
Die Norm basiert auf der DIN EN ISO 12947 und passt das Martindale-Verfahren mit High-Precision-Probenhalter an die besonderen Anforderungen von Textilien für das Automotive-Interieur an.
Durchführung der VDA 230-227
Eine kreisförmige Probe wird unter definierter Belastung gegen ein standardisiertes Scheuermittel bewegt. Die für das Martindale-Verfahren typische Lissajous-Bewegung erzeugt eine multidirektionale Abriebbeanspruchung. Für Textilien im automobilen Einsatz ist grundsätzlich ein Nenndruck von 12 kPa vorgesehen.
Die Prüfung wird bis zu der vom OEM oder Kunden festgelegten Anzahl an Scheuertouren beziehungsweise bis zum definierten Endpunkt durchgeführt. Standardmäßig erfolgt eine Dreifachbestimmung. Bei Prüfungen mit mehr als 50.000 Scheuertouren wird das Scheuermittel jeweils nach 50.000 Touren erneuert.
Zusätzlich können nach Vereinbarung Farbveränderungen sowie der Masseverlust bestimmt werden. Die Probe wird während oder nach der Prüfung auf strukturelle Schäden untersucht. Als Probenzerstörung gelten je nach Textilart beispielsweise Fadenbruch, sichtbare Freilegung der Unterkonstruktion bei Flortextilien oder Lochbildung bei Vliesstoffen.
Anwendungen des Tests
VDA 230-227 ist für textile Flächengebilde im Fahrzeuginnenraum vorgesehen. Dazu gehören beispielsweise Gewebe, Maschenwaren, Vliesstoffe, Velours, Schlingenpolwaren, Rauwaren und Flockmaterialien für Sitzbezüge, Verkleidungen und andere textile Automotive-Interieurflächen.
Die Prüfung ermöglicht den Vergleich von Textilkonstruktionen hinsichtlich ihres Widerstands gegen wiederholte Scheuerbeanspruchung. Neben der eigentlichen Probenzerstörung können Veränderungen wie Florverlust, beschädigte Fäden, Glanzbildung oder deutliche Farbveränderungen erfasst werden.
Beschichtete beziehungsweise laminierte Flächengebilde fallen nicht in den eigentlichen Anwendungsbereich dieses Verfahrens; für solche Materialien sind andere Abriebverfahren vorgesehen.
Verwandte Normen
Die VDA-Prüfung basiert insbesondere auf der Martindale-Scheuerbeständigkeitsprüfung nach DIN EN ISO 12947-2, bei der ebenfalls die Probenzerstörung unter definierter Scheuerbeanspruchung bestimmt wird.
Für Kunstleder und andere beschichtete Textilien steht als verwandtes Verfahren die Bestimmung des Abriebwiderstands nach DIN EN ISO 5470-2 mit dem Martindale-Abriebprüfgerät zur Verfügung.
Weitere Verfahren finden Sie in der Übersicht der VDA-Prüfungen für Automotive-Interieur. Über das akkreditierte FILK-Prüflaboratorium können Sie nach weiteren Normen und Prüfverfahren suchen.
