VDA 230-228 Desinfektionsmittel-Test

Prüfung nach VDA 230-228: Oberflächenmaterialien für die Kraftfahrzeuginnenausstattung – Prüfung der Beständigkeit gegen Desinfektionsmittel

Unser Labor führt die Prüfung nach VDA 230-228 zur Bestimmung der Beständigkeit von Oberflächen im Automotive-Interieur gegenüber Desinfektionsmitteln durch. Der Test erfasst sichtbare oder strukturelle Veränderungen nach definierten Desinfektionsmittelbeanspruchungen.

Die Norm berücksichtigt flächige Einwirkung, die Kombination aus Desinfektionsmittel und Reibung sowie wiederholte Sprüh- und Wischvorgänge und bildet damit unterschiedliche Anwendungssituationen im Fahrzeuginnenraum ab.

Durchführung der VDA 230-228

VDA 230-228 beschreibt drei Verfahren. Bei Verfahren 1 wird die Oberfläche über ein mit dem jeweiligen Prüfmedium benetztes Gewebe flächig beansprucht. Damit wird eine definierte Einwirkung des Desinfektionsmittels auf die Oberfläche erzeugt.

Verfahren 2 kombiniert die chemische Beanspruchung mit einer mechanischen Reibbelastung. Die Oberfläche wird gegen einen mit Desinfektionsmittel getränkten Wollfilz oder ein Baumwollgewebe linear gerieben. Dadurch lässt sich untersuchen, ob wiederholtes Wischen die Wirkung des Prüfmediums auf die Oberfläche verstärkt.

Verfahren 3 bildet die wiederholte Anwendung wässriger Desinfektionsmittel durch Aufsprühen und anschließendes Abwischen nach. Es simuliert damit besonders praxisnah regelmäßig wiederkehrende Desinfektionsvorgänge im Fahrzeug.

Nach der Beanspruchung wird der Oberflächenzustand bewertet. Je nach Material und Spezifikation können unter anderem Farb-, Glanz- und Strukturveränderungen sowie weitere sichtbare Schädigungen berücksichtigt werden.

Anwendungen des Tests

VDA 230-228 ist für Leder, Kompakt- und Schaumfolienoberflächen, Kunststoffbahnen, Kunststoffbauteile und lackierte Oberflächen des Fahrzeuginnenraums vorgesehen. In Abstimmung mit dem Auftraggeber können auch weitere geeignete Materialien untersucht werden.

Besonders relevant ist die Prüfung für häufig berührte Automotive-Interieurflächen wie Sitz- und Verkleidungsoberflächen, Armauflagen, Bedienelemente oder andere regelmäßig gereinigte Innenraumkomponenten. Typische Einsatzsituationen finden sich beispielsweise bei Miet- und Flottenfahrzeugen, im Carsharing, im Kundenservice oder bei der Fahrzeugübergabe.

Mit dem Verfahren lassen sich unterschiedliche Zurichtungen, Lackierungen, Beschichtungen und Oberflächenformulierungen hinsichtlich ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber wiederholter Desinfektion vergleichen.

Verwandte Normen

Für Lederoberflächen kann ergänzend die Reibechtheit nach DIN EN ISO 11640 bestimmt werden. Dies ist insbesondere für die Beurteilung von Farb- und Oberflächenveränderungen bei zusätzlicher mechanischer Reibbeanspruchung relevant.

Für das Verhalten von Automotive-Oberflächen gegenüber Anschmutzung und anschließender Reinigung steht die Prüfung nach VDA 230-212 zum Anschmutz- und Reinigungsverhalten zur Verfügung. Mechanische Oberflächenschädigungen können ergänzend mit der Kratz- und Pflügeprüfung nach VDA 230-218 untersucht werden.

Weitere Verfahren finden Sie in der Übersicht der VDA-Prüfungen für Automotive-Interieur. Über das akkreditierte FILK-Prüflaboratorium können Sie nach weiteren Normen und Prüfverfahren suchen.



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