Prüfung nach VDA 230-229: Prüfung der Beständigkeit gegen Oleinsäure – Leder und Lenkradummantelungen
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Unser Labor führt die Prüfung nach VDA 230-229 zur Bestimmung der Beständigkeit von Lenkradoberflächen gegenüber Oleinsäure durch. Der Test kombiniert die Einwirkung des Prüfmediums mit einer definierten Reibbeanspruchung und erfasst insbesondere Schädigungen der oberen Oberflächen- beziehungsweise Top-Coat-Schichten.
Die Norm bildet eine Beanspruchung nach, die durch Oleinsäure und chemisch ähnliche Bestandteile von Hautfett oder Kosmetika entstehen kann und mit klassischen Abriebprüfungen allein nicht ausreichend simuliert wird.
Durchführung der VDA 230-229
Die konditionierte Probe wird in der Prüfvorrichtung befestigt und, soweit die Materialsteifigkeit dies zulässt, in Reibrichtung um 10 % vorgedehnt. Ein Wollfilz wird mit etwa 1 ml Oleinsäure vollständig getränkt und unmittelbar für die Reibbeanspruchung eingesetzt.
Die Prüfung erfolgt über 1.000 Zyklen mit einer Belastung von 1.000 ± 35 g. Anschließend wird die Oberfläche sorgfältig von Oleinsäurerückständen gereinigt. Der beanspruchte Bereich wird mit dem unbehandelten Bereich verglichen und zusätzlich lichtmikroskopisch untersucht.
Bewertet werden Farbveränderungen und das Anbluten des Reibfilzes mittels Graumaßstab sowie Abrieb, Ablösung oder Glanzveränderungen der Zurichtung. Bereits punktuelle Schädigungen beziehungsweise ein Aufglänzen durch Abrieb des Top Coats sind für die Bewertung relevant.
Anwendungen des Tests
Das Verfahren ist für Lenkradleder sowie synthetische Lenkradbezugsmaterialien im Automotive-Interieur vorgesehen. Es untersucht gezielt Oberflächen, die durch intensiven Hautkontakt über lange Zeiträume mit Hautfett, Kosmetika und vergleichbaren Substanzen belastet werden.
Damit lassen sich unterschiedliche Lederzurichtungen, Top-Coat-Systeme und synthetische Lenkradummantelungen hinsichtlich ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber der kombinierten Wirkung von Oleinsäure und mechanischer Reibung vergleichen.
Die Prüfung ist besonders geeignet, um Oberflächenschäden zu erkennen, die sich als Farbveränderung, Glanzbildung, Pigmentabrieb oder lokale Ablösung der Zurichtung zeigen.
Verwandte Normen
VDA 230-229 ist an die Bestimmung der Reibechtheit nach DIN EN ISO 11640 angelehnt. Während die ISO-Prüfung die Reibechtheit einer Oberfläche bestimmt, ergänzt VDA 230-229 die mechanische Beanspruchung durch die Einwirkung von Oleinsäure.
Für Lenkradleder sind außerdem die Prüfungen und Anforderungen der VDA 230-221 für Lenkradleder und Lederlenkräder relevant.
Weitere Verfahren finden Sie in der Übersicht der VDA-Prüfungen für Automotive-Interieur. Über das akkreditierte FILK-Prüflaboratorium können Sie nach weiteren Normen und Prüfverfahren suchen.
