Prüfung nach VDA 230-231 (Entwurf): Oberflächenmaterialien für die Kraftfahrzeuginnenausstattung – Kombinierte Zug- und Biegeprüfung an Oberflächenwerkstoffen
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VDA 230-231 – Oberflächenmaterialien für die Kraftfahrzeuginnenausstattung – Kombinierte Zug- und Biegeprüfung an Oberflächenwerkstoffen
Unser Labor führt die kombinierte Zug- und Biegeprüfung nach VDA 230-231 zur Untersuchung der Ermüdungs- und Rissneigung flexibler Oberflächenwerkstoffe im Automotive-Interieur durch. Der Test simuliert wiederholte Zug-, Stauch- und Biegebeanspruchungen, wie sie insbesondere an stark verformten Polsteroberflächen auftreten können.
Der vorliegende Norm-Entwurf beschreibt eine zyklische Materialbeanspruchung, die vorzugsweise bei tiefen Temperaturen durchgeführt wird und insbesondere die Entstehung und Ausbreitung von Ermüdungsrissen bewertet.
Durchführung der VDA 230-231
Streifenförmige Proben werden im Zug-Biege-Automaten zyklisch gezogen und geknickt. Die Prüfung erfolgt Sichtseite auf Sichtseite; dabei wird die Probe in der Zugphase definiert gedehnt und in der Biegephase kraftgesteuert gestaucht.
Für Kunstleder werden vier Proben parallel geprüft. Empfohlen sind 50 mm freie Einspannlänge, 52 mm maximaler Klemmenabstand, 4 % Soll-Dehnung und 20 N Druckbelastung.
Sofern nicht anders festgelegt, erfolgt die Prüfung mit 8.000 Zyklen bei 1 Hz. Als Prüftemperaturen sind −5 °C, −10 °C und −15 °C vorgesehen; für PVC gilt standardmäßig −10 °C.
Anschließend werden die Risse nach ihrer Tiefe kategorisiert. Aus den gewichteten Einzelrisslängen wird die Gesamtrisslänge L berechnet und über die vier Proben gemittelt.
Anwendungen des Tests
Die Prüfung ist insbesondere für Kunstleder und andere flexible Oberflächenwerkstoffe im Polsterbereich des Fahrzeuginnenraums vorgesehen. Ein typischer Einsatzfall sind PVC-basierte Kunstleder für Sitz- und Lehnenwangen.
Diese Bereiche werden beim Ein- und Aussteigen sowie bei der Nutzung des Sitzes wiederholt geknickt, gestaucht und gedehnt. Bei niedrigen Temperaturen kann sich die Rissanfälligkeit der Beschichtung zusätzlich erhöhen. Der Test bildet diese kombinierte Dauerbeanspruchung gezielt nach.
Die Prüfung eignet sich zur Untersuchung unterschiedlicher Beschichtungsaufbauten, Rezepturen, Trägermaterialien und Materialvarianten hinsichtlich ihrer Ermüdungsbeständigkeit und Rissbildung unter Kältebeanspruchung.
Verwandte Normen
Ein verwandtes Verfahren für beschichtete Textilien ist die Bestimmung der Dauerbiegefestigkeit nach DIN EN ISO 32100. Dieses Verfahren untersucht ebenfalls zyklische Biegebeanspruchungen, jedoch mit einem anderen Bewegungs- und Belastungsprinzip.
Ergänzend kann die Kältebeständigkeit nach VDA 230-217 bestimmt werden. Diese Prüfung bewertet das Verhalten von Kunststoffbahnenwaren bei einer kurzzeitigen mechanischen Beanspruchung in der Kälte, während die kombinierte Zug- und Biegeprüfung auf eine zyklische Ermüdungsbeanspruchung abzielt.
Für die grundlegende Charakterisierung des Biegeverhaltens steht außerdem die Bestimmung der Biegeeigenschaften nach VDA 230-209 zur Verfügung.
Weitere Verfahren finden Sie in der Übersicht der VDA-Prüfungen für Automotive-Interieur. Über das akkreditierte FILK-Prüflaboratorium können Sie nach weiteren Normen und Prüfverfahren suchen.
