Prüfung nach BMW AA-0551 - Prüfung: Biegesteifigkeit – Zweipunkt-Verfahren
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Prüfmethoden
Unser Labor führt die Prüfung nach BMW AA-0551 zur Bestimmung der Biegekraft im Zweipunkt-Verfahren im akkreditierten Verfahren durch. Die BMW-Arbeitsanweisung dient der reproduzierbaren Bewertung der Biegesteifigkeit flexibler Flächenmaterialien und basiert auf der Balkenmethode in Anlehnung an DIN 53121.
Bei der Prüfung wird die Kraft erfasst, die ein Material beim Biegen bis zu einem festgelegten Winkel auf einen Messbalken ausübt. Die Biegekraft ermöglicht den Vergleich von Steifigkeit und Flexibilität unterschiedlicher Materialien und Materialaufbauten.
Anwendungen
Die Prüfung ist insbesondere für flexible Materialien des Automotive-Interieurs vorgesehen. Die AA-0551 enthält Prüfbedingungen für Polsterstoffe, Leder, Kunstleder und Keder, Teppichrohware, Teppiche mit Schwerschicht, Fuß- und Wendematten sowie Skisackmaterialien.
Die Biegekraft ist beispielsweise für die Beurteilung von Haptik, Drapierbarkeit, Verarbeitungsverhalten und Formanpassung von Innenraummaterialien relevant. Materialrezepturen, Beschichtungen, Schichtaufbauten und unterschiedliche Produktionschargen können hinsichtlich ihres Biegeverhaltens verglichen werden.
Durchführung der Prüfung nach AA-0551
Die Proben werden vor der Prüfung konditioniert und abhängig vom Material in definierten Richtungen entnommen. Bei Leder erfolgt die Probenahme parallel und senkrecht zur Rückenlinie, bei bahnförmigen Materialien längs und quer zur Warenbahn. Bei Textilien wird auf eine fadengerade Entnahme geachtet.
Der Prüfkörper wird in einer drehbaren Halterung eingespannt. Beim Drehen der Halterung wird die Probe gegen einen Messbalken gebogen und die dabei auftretende Kraft erfasst. Die Prüfparameter richten sich nach der jeweiligen Technischen Lieferbedingung, den Vorgaben des Auftraggebers oder den materialspezifischen Vorgaben der AA-0551.
Je nach Material wird die sichtbare beziehungsweise beschichtete Seite sowohl unter Stauchung als auch unter Dehnung geprüft. Die Ergebnisse für beide Biegerichtungen werden getrennt ausgewertet. Als Prüfkennwert wird insbesondere die maximale Biegekraft angegeben.
Verwandte Prüfungen
Ein sehr eng verwandtes Automotive-Verfahren ist die VDA 230-209 – Bestimmung der Biegeeigenschaften von Leder, Kunststoffbahnenwaren und Textilien für Kraftfahrzeuge, die das FILK ebenfalls im akkreditierten Verfahren anbietet.
Für Leder steht außerdem die DIN EN ISO 14087 – Bestimmung der Biegekraft zur Verfügung. Die AA-0551 ist zudem ausdrücklich an die Balkenmethode der DIN 53121 – Bestimmung der Biegesteifigkeit nach der Balkenmethode angelehnt.
Für Kunststofffolien und beschichtete textile Flächengebilde bietet das FILK ergänzend die DIN 53350 – Bestimmung der Biegesteifigkeit nach dem Verfahren von Ohlsen an.
