Prüfung nach EN 16778: Schutzhandschuhe - Bestimmung von Dimethylformamid in Handschuhen
Material
Branche
Herausgeber
Prüfkategorien
Prüfmethoden
Unser Labor führt die Prüfung nach DIN EN 16778 zur Bestimmung von Dimethylformamid (DMF/DMFa) in Schutzhandschuhen im akkreditierten Verfahren durch. Die Norm beschreibt ein GC-MS-Verfahren zur quantitativen Bestimmung von extrahierbarem N,N-Dimethylformamid in Handschuhmaterialien.
Das Verfahren ist insbesondere für Polyurethan-(PU)-Materialien, PU-beschichtete Textilien und Leder, PU-Schäume und PU-Mischmaterialien sowie Klebstoffe geeignet. Es kann außerdem auf Materialien angewendet werden, die in einem Tauchverfahren unter Verwendung von DMF hergestellt wurden.
Anwendungen
Dimethylformamid wird als polares Lösemittel unter anderem bei der Herstellung und Verarbeitung von Polyurethan eingesetzt. Rückstände können deshalb insbesondere in PU-Beschichtungen, synthetischen Handschuhmaterialien, Schäumen, Klebstoffsystemen und entsprechenden Materialverbunden auftreten.
Die Prüfung eignet sich zur Schadstoffkontrolle von Schutzhandschuhen, zur Qualitätssicherung und Lieferantenbewertung sowie zur Überprüfung produktspezifischer Anforderungen an Lösemittelrückstände. Bei mehrschichtig aufgebauten Handschuhen werden die verschiedenen Materialien des Handschuhs bei der Probenahme berücksichtigt.
Durchführung der Prüfung nach DIN EN 16778
Aus den Handschuhen werden definierte Probenbereiche entnommen, die die verschiedenen im Handschuh vorhandenen Materialien erfassen. Das Material wird zerkleinert und unmittelbar für die Extraktion vorbereitet.
Die Probe wird mit Methanol in einem gasdicht verschlossenen Gefäß unter Einsatz eines Ultraschallbades extrahiert. Nach dem Abkühlen wird der Extrakt filtriert und mittels Gaschromatographie mit Massenspektrometrie (GC-MS) untersucht.
Zur quantitativen Bestimmung wird ein interner Standard eingesetzt. Der DMF-Gehalt wird über eine Kalibrierung bestimmt und als Massenanteil bezogen auf das untersuchte Handschuhmaterial angegeben. Durch die instrumentelle GC-MS-Analytik lässt sich DMF auch in komplex aufgebauten PU-haltigen Handschuhmaterialien selektiv bestimmen.
Verwandte Prüfungen
Für Schuhmaterialien bietet das FILK die akkreditierte DIN EN ISO 16189 – quantitative Bestimmung von Dimethylformamid (DMF) in Schuhwerkstoffen an. Dieses Verfahren ist insbesondere für die Untersuchung von Leder, Kunstleder, beschichteten Textilien und weiteren Schuhkomponenten geeignet.
Für Textilien und textile Erzeugnisse steht mit der DIN EN 17131-1 – Bestimmung bestimmter Lösemittelrückstände ein weiter gefasstes GC-Verfahren zur Verfügung. Neben DMF können dabei auch weitere aprotische Lösemittel wie N,N-Dimethylacetamid (DMAc), N-Methyl-2-pyrrolidon (NMP) und N-Ethyl-2-pyrrolidon (NEP) untersucht werden.
