DIN EN 1876-2 Schlaufen-Schlagprüfung (Akkreditiert)

Prüfung nach EN 1876-2: Mit Kautschuk oder Kunststoff beschichtete Textilien - Prüfungen bei niedrigen Temperaturen - Teil 2: Schlaufen-Schlagprüfung

Unser Labor führt Prüfungen nach DIN EN 1876-2 im akkreditierten Verfahren zur Bestimmung des Verhaltens von mit Kautschuk oder Kunststoff beschichteten Textilien bei niedrigen Temperaturen durch. Bei der Schlaufen-Schlagprüfung wird untersucht, ob ein beschichtetes Material nach definierter Kältebeanspruchung einer schlagartigen Verformung standhält oder Anrisse und Risse in der Beschichtung entwickelt. Das Verfahren eignet sich ausschließlich für Materialien, die sich bei Raumtemperatur ohne Beschädigung zu der für die Prüfung erforderlichen Schlaufe formen lassen.

Durchführung der Prüfung

Für den Test werden repräsentative Probekörper in Längs- und Querrichtung aus dem beschichteten Textil entnommen, konditioniert und zu einer Schlaufe geformt. Die Proben werden anschließend bei der festgelegten niedrigen Temperatur im Kälteschrank gelagert. Noch im kalten Zustand trifft ein Fallhammer auf die Materialschlaufe und erzeugt eine schnelle Biege- und Verformungsbeanspruchung.

Nach der Prüfung werden die Proben bei geringer Vergrößerung auf Anrisse und Risse in der Beschichtung untersucht. Durch Prüfungen bei schrittweise niedrigeren Temperaturen kann die Grenztemperatur für Versprödung bestimmt werden. Dabei wird bewertet, bei welcher Temperatur die festgelegten Bruchkriterien erreicht werden.

Anwendungen des Tests

Die Prüfung nach DIN EN 1876-2 dient zur Beurteilung der Kältebeständigkeit und Versprödungsneigung beschichteter Textilien. Polymere Beschichtungen können bei sinkenden Temperaturen zunehmend härter und spröder werden. Durch die schlagartige Beanspruchung einer gekühlten Materialschlaufe lassen sich solche Veränderungen deutlich erkennen. Das Verfahren eignet sich dadurch zur vergleichenden Bewertung verschiedener Beschichtungen, Rezepturen und Materialaufbauten hinsichtlich ihres Verhaltens bei niedrigen Temperaturen.

Typische Prüfmaterialien und Anwendungen sind:

  • Kunstleder und andere kunststoffbeschichtete Textilien,

  • kautschukbeschichtete textile Flächengebilde,

  • beschichtete Sitz- und Bezugsmaterialien für Fahrzeuginnenräume,

  • beschichtete Verkleidungs- und Polstermaterialien im Automotive-Bereich,

  • Möbel- und Polsterbezugsstoffe mit polymerer Beschichtung,

  • flexible beschichtete Materialien für die Objektausstattung,

  • technische beschichtete Textilien und beschichtete textile Verbundmaterialien.

Besondere Bedeutung besitzt die Prüfung bei Materialien, die während Transport, Lagerung oder Gebrauch niedrigen Temperaturen ausgesetzt werden und dabei mechanische Belastungen aufnehmen müssen. Sie eignet sich daher für die Materialentwicklung und Qualitätssicherung ebenso wie für vergleichende Materialprüfungen und die Untersuchung kältebedingter Schadensbilder.

Verwandte Prüfungen

Als unmittelbar verwandte Prüfung bietet das FILK die DIN EN 1876-1 an, bei der das Verhalten beschichteter Textilien bei niedrigen Temperaturen durch einen Biegeversuch untersucht wird. Die Ergebnisse beider Verfahren sind jedoch nicht unmittelbar miteinander vergleichbar. Mit der DIN EN ISO 22751 können außerdem die Biegeeigenschaften von mit Kautschuk oder Kunststoff beschichteten Textilien bestimmt werden. Die DIN EN ISO 32100 untersucht die Dauerbiegefestigkeit solcher Materialien nach dem Flexometer-Verfahren und ermöglicht damit die Bewertung ihres Verhaltens bei wiederholter Biegebeanspruchung.



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