DIN EN ISO 105-X12 Farbechtheit bei Reiben (Akkreditiert)

Prüfung nach ISO 105-X12: Textilien - Echtheitsprüfungen - Teil X12: Farbechtheit gegen Reiben

Unser Labor führt Prüfungen nach DIN EN ISO 105-X12 im akkreditierten Verfahren durch. Die Norm beschreibt die Bestimmung der Farbechtheit von Textilien gegenüber mechanischer Reibbeanspruchung. Dabei wird untersucht, in welchem Umfang Farbstoffe oder gefärbte Materialbestandteile durch trockenes oder nasses Reiben auf ein standardisiertes weißes Baumwollgewebe übertragen werden.

Die Reibechtheit ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal gefärbter und bedruckter Textilien. Eine unzureichende Reibechtheit kann dazu führen, dass Farben bei Kontakt mit anderen Materialien, beispielsweise Bekleidung oder Polsteroberflächen, abfärben. DIN EN ISO 105-X12 ermöglicht eine reproduzierbare Bewertung dieser Farbübertragung unter festgelegten Prüfbedingungen.

Anwendungen

Das Prüfverfahren eignet sich für Textilien unterschiedlicher Faserarten und Materialkonstruktionen. Dazu gehören gefärbte und bedruckte Gewebe, Gewirke und Gestricke, Garne, Polgewebe sowie textile Bodenbeläge.

Reibechtheitsprüfungen sind insbesondere für Automotive-Textilien, Polster- und Bezugsstoffe, Bekleidungs- und Schuhmaterialien, Heimtextilien sowie technische Textilien relevant. Sie dienen der Beurteilung der Farbbeständigkeit bei mechanischem Kontakt und werden in der Materialentwicklung, Qualitätssicherung und Produktprüfung eingesetzt.

Durchführung der Prüfung nach DIN EN ISO 105-X12

Die Prüfung erfolgt mit einem Crockmeter, das eine definierte geradlinige Hin- und Herbewegung eines mit weißem Baumwollgewebe bespannten Reibzapfens über die textile Probe erzeugt. Hierbei wird zwischen trockener und nasser Reibbeanspruchung unterschieden.

Für die Prüfung werden textile Messproben mit Abmessungen von mindestens 50 × 140 mm vorbereitet und vor der Beanspruchung mindestens vier Stunden unter festgelegten Normalklimabedingungen konditioniert. Die Prüfung erfolgt in unterschiedlichen Materialrichtungen, beispielsweise in Kett- und Schussrichtung.

Bei üblichen textilen Flächengebilden wird ein zylindrischer Reibzapfen mit 16 mm Durchmesser verwendet. Für Polgewebe und textile Bodenbeläge sieht die Norm einen speziellen rechteckigen Reibblock vor. Die Reibbeanspruchung erfolgt mit einer Kraft von (9 ± 0,2) N über eine Strecke von (104 ± 3) mm. Dabei werden zehn Hin- und zehn Herbewegungen durchgeführt.

Bei der Trockenprüfung wird das konditionierte Baumwoll-Reibgewebe verwendet. Für die Nassprüfung wird das Reibgewebe zuvor mit destilliertem Wasser angefeuchtet. Die Norm sieht hierfür eine Wasseraufnahme von 95 bis 100 % vor; abweichende Feuchtegrade sind unter bestimmten Bedingungen ebenfalls möglich.

Nach der Prüfung wird das Reibgewebe gegebenenfalls getrocknet und die übertragene Farbmenge visuell anhand des Graumaßstabs zur Bewertung des Anblutens nach ISO 105-A03 beurteilt. Die Bewertung erfolgt mit Echtheitszahlen von 1 (starkes Anbluten) bis 5 (kein beziehungsweise sehr geringes Anbluten). Die Ergebnisse der trockenen und nassen Reibprüfung werden getrennt angegeben.

Verwandte Prüfungen

Die DIN EN ISO 105-A01 – Allgemeine Prüfgrundlagen für Farbechtheitsprüfungen beschreibt die übergeordneten methodischen Grundlagen zur Durchführung und Bewertung von Farbechtheitsprüfungen an Textilien.

Die DIN EN ISO 105-A03 – Graumaßstab zur Bewertung des Anblutens legt das Verfahren zur visuellen Beurteilung der Farbübertragung auf angrenzende Materialien fest.

Für die Untersuchung der Reibechtheit von Leder bietet das FILK außerdem die DIN EN ISO 11640 – Bestimmung der Reibechtheit von Färbungen auf Leder an. Bei dieser Prüfung wird die Lederoberfläche unter definierten Bedingungen mit Wollfilz beansprucht.

Zur Bewertung der Farbechtheit gegenüber Wasser steht die DIN EN ISO 105-E01 – Farbechtheit gegen Wasser zur Verfügung.

Weitere Verfahren zur Untersuchung der Reibechtheit, Verschleißbeständigkeit und anderer Materialeigenschaften finden Sie in unserer Übersicht der physikalischen Prüfungen.



Prüflabor-Anfrage

Kontakt

FILK Freiberg Institute gGmbH
Meißner Ring 1-5
D-09599 Freiberg

Fon: +49-(0)3731-366-0
Fax: +49-(0)3731-366-130
E-Mail: mailbox@filkfreiberg.de