Prüfung nach ISO 11641: Leder - Farbechtheitsprüfungen - Farbechtheit gegen Schweiß
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Unser Labor führt die Prüfung nach DIN EN ISO 11641 zur Bestimmung der Farbechtheit von Leder gegen Schweiß im akkreditierten Verfahren durch. Untersucht wird, wie sich der Kontakt mit Schweiß auf die Farbe des Leders auswirkt und ob Farbstoffe auf angrenzende Materialien übertragen werden.
Die Prüfung ist für Leder aller Arten und in unterschiedlichen Verarbeitungszuständen anwendbar. Besondere Bedeutung besitzt die Schweißechtheit bei Leder, das während der Nutzung unmittelbar mit der Haut in Kontakt kommen kann, beispielsweise bei Handschuhen, Bekleidung, Futterleder oder Schuhoberleder.
Durchführung der Prüfung nach DIN EN ISO 11641
Zur Simulation der Beanspruchung durch menschlichen Schweiß wird eine definierte künstliche Schweißlösung eingesetzt. Standardmäßig wird mit einer alkalischen Schweißlösung bei einem pH-Wert von 8,0 gearbeitet, da alkalischer Schweiß die Färbung von Leder stärker beeinflussen kann als saurer Schweiß. Sofern gefordert, ist zusätzlich eine Prüfung mit saurer künstlicher Schweißlösung möglich.
Der Lederprobekörper und das vorgesehene Begleitgewebe werden mit der Schweißlösung behandelt. Durch eine Vakuumbehandlung wird eine möglichst gleichmäßige Durchfeuchtung des Leders unterstützt. Anschließend wird das Begleitgewebe auf die zu prüfende Lederseite gelegt und der Verbund zwischen Platten in die Prüfeinrichtung eingebracht.
Die Probe wird unter einem definierten Druck von etwa 12,5 kPa für 180 Minuten bei 37 °C gelagert. Danach werden Leder und Begleitgewebe voneinander getrennt und bei Raumtemperatur getrocknet.
Bei zugerichtetem Leder kann die Prüfung mit intakter Zurichtung oder – falls dies für die jeweilige Fragestellung erforderlich ist – nach definiertem Aufbrechen bzw. Aufrauen der Zurichtung durchgeführt werden.
Bewertung der Schweißechtheit
Nach dem Trocknen werden zwei Veränderungen beurteilt:
die Farbänderung des Leders
das Anbluten des Begleitgewebes, also der Übergang von Farbstoffen aus dem Leder auf das angrenzende Material
Die visuelle Bewertung erfolgt unter definierten Lichtbedingungen mit einem standardisierten Graumaßstab. Bei Verwendung eines Mehrfaser-Begleitgewebes kann die Farbstoffübertragung auf die unterschiedlichen Faserarten getrennt beurteilt werden. Bei gleichmäßigen Farbänderungen bzw. Anblutungen ist auch eine instrumentelle Bewertung möglich.
Damit liefert die Prüfung eine reproduzierbare Aussage darüber, ob eine Lederfärbung auch bei intensiver Schweißbeanspruchung ausreichend stabil bleibt.
Anwendungen und verwandte Prüfungen
Die Schweißechtheit ist besonders für Lederprodukte relevant, die während der Nutzung regelmäßig mit der menschlichen Haut in Kontakt kommen. Die Ergebnisse sind daher unter anderem für Materialauswahl, Produktentwicklung, Qualitätssicherung und die Untersuchung von Reklamationen von Bedeutung.
Eine wichtige ergänzende Lederprüfung ist die Reibechtheit nach DIN EN ISO 11640, bei der die Beständigkeit einer Lederfärbung gegenüber mechanischer Reibbeanspruchung untersucht wird. Die DIN EN ISO 11641 konzentriert sich dagegen gezielt auf die Einwirkung von Schweiß und die damit verbundene Farbänderung bzw. Farbstoffübertragung.
