Prüfung nach ISO 11936: Leder - Bestimmung des Gesamtgehalts von einzelnen Bisphenolen
Material
Branche
Herausgeber
Prüfkategorien
Unser Labor führt die Prüfung nach DIN EN ISO 11936 zur Bestimmung des Gesamtgehalts einzelner Bisphenole in Leder im akkreditierten Verfahren durch. Erfasst werden die lösemittelextrahierbaren Gehalte von Bisphenol A (BPA), Bisphenol B (BPB), Bisphenol F (BPF) und Bisphenol S (BPS). Die quantitative Bestimmung erfolgt mittels Flüssigkeitschromatographie.
Bisphenole können unter anderem über synthetische Gerbstoffe in Leder gelangen. Insbesondere Bisphenol S wird bei der Herstellung bestimmter synthetischer Gerbstoffe eingesetzt, während Bisphenol F als Verunreinigung auftreten kann.
Anwendungen
Die Untersuchung eignet sich für Leder aus der Automobil-, Möbel-, Schuh-, Bekleidungs- und Lederwarenindustrie. Sie dient der Schadstoffanalytik, der Qualitätskontrolle und der Überprüfung von Materialanforderungen, beispielsweise im Rahmen der Lieferantenbewertung oder Produktentwicklung.
Die Einzelgehalte der untersuchten Bisphenole ermöglichen eine differenzierte Bewertung des Leders. Bei Bedarf kann zusätzlich eine Summe der eindeutig identifizierten Bisphenole angegeben werden.
Durchführung der Prüfung nach DIN EN ISO 11936
Aus der Lederprobe wird eine repräsentative Untersuchungsprobe entnommen, zerkleinert und mit Methanol im Ultraschallbad extrahiert. Nach dem Abkühlen wird der Extrakt filtriert und chromatographisch untersucht.
Die Gehalte von Bisphenol A, B, F und S werden einzeln in mg/kg Leder angegeben. Auf Wunsch kann zusätzlich der Summengehalt der untersuchten Bisphenole ausgewiesen werden. Die Bestimmung bezieht sich auf den lösemittelextrahierbaren Gesamtgehalt und ist von einer Migrations- oder Freisetzungsprüfung zu unterscheiden.
Verwandte Prüfungen
Ergänzend zur Lederprüfung nach DIN EN ISO 11936 bietet das FILK die Bestimmung von Bisphenol A an. Im Rahmen dieses Prüfangebots können auch Bisphenol B, F, S und AF untersucht werden.
Für die Untersuchung der eingesetzten Gerbereichemikalien beschreibt die DIN EN ISO 21135 – Bestimmung des Gesamtgehalts von einzelnen Bisphenolen in Chemikalien für die Gerbereiindustrie ein verwandtes Verfahren. Damit können Bisphenolgehalte bereits in Ausgangsstoffen der Lederherstellung untersucht werden.
