DIN EN ISO 15701 (Akkreditiert)

Prüfung nach ISO 15701: Leder - Farbechtheitsprüfungen - Bestimmung der Migrationsechtheit gegenüber Polymerwerkstoff

Unser Labor führt die Prüfung nach DIN EN ISO 15701 zur Bestimmung der Migrationsechtheit von Leder gegenüber Polymerwerkstoffen im akkreditierten Verfahren durch. Das Verfahren untersucht die Neigung von Farbstoffen und Pigmenten, unter der Einwirkung von Wärme und Druck aus einem Leder in ein unmittelbar angrenzendes Polymermaterial überzugehen.
Die Migrationsechtheit ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn gefärbtes Leder in einem Produkt dauerhaft oder zeitweise mit Kunststoff- oder Polymeroberflächen in Kontakt steht. Ein unerwünschter Farbübergang kann dabei zu sichtbaren Verfärbungen insbesondere heller angrenzender Materialien führen.

Durchführung der Prüfung nach DIN EN ISO 15701

Für die Prüfung wird ein Lederprobekörper mit der zu untersuchenden Seite auf eine vorzugsweise weiß pigmentierte Polymerfolie gelegt. Liegen keine anderen Festlegungen vor, sieht die Norm eine weiße Weich-PVC-Folie als Referenzmaterial vor. Der Lederprobekörper wird zusammen mit der Polymerfolie zwischen zwei Platten angeordnet. Dieser Verbund wird in der Prüfeinrichtung mit einem Gewicht von etwa 5 kg belastet. Dadurch wirkt auf die Lederprobe ein definierter Druck von etwa 81,7 kPa. Anschließend erfolgt eine 16-stündige Wärmebehandlung bei 50 °C. Wärme und Druck beschleunigen dabei einen möglichen Übergang von Farbstoffen oder Pigmenten aus dem Leder in die angrenzende Polymerfolie.
Bei zugerichtetem Leder kann je nach Aufgabenstellung die intakte Zurichtung geprüft werden. Alternativ kann die Zurichtung vor der Prüfung definiert aufgeraut werden, um auch das Verhalten bei einer beeinträchtigten Oberflächenschicht beurteilen zu können.

Bewertung der Migrationsechtheit

Nach der Wärmebehandlung wird der Verbund auf Raumtemperatur abgekühlt und anschließend getrennt. Bewertet wird die Verfärbung der ursprünglich weißen Polymerfolie in dem Bereich, der während der Prüfung Kontakt mit dem Leder hatte. Die Beurteilung des Anblutens erfolgt mit einem standardisierten Graumaßstab nach ISO 105-A03 oder instrumentell nach ISO 105-A04. Weicht der Farbton der auf die Polymerfolie übertragenen Farbe deutlich von der ursprünglichen Lederfarbe ab, wird auch diese Farbtonänderung dokumentiert.
Die Bewertung sollte unmittelbar nach dem Abkühlen erfolgen. Farbstoffe können nach der Prüfung weiter in das Innere der Polymerfolie diffundieren, wodurch sich die an der Oberfläche sichtbare Verfärbung mit zunehmender Zeit verändern kann.

Anwendungen und verwandte Prüfungen

DIN EN ISO 15701 eignet sich insbesondere zur Bewertung gefärbter Leder, die in Produkten mit Kunststoff- oder anderen Polymerwerkstoffen kombiniert werden. Die Prüfung unterstützt damit die Materialauswahl und Qualitätssicherung überall dort, wo unerwünschte Verfärbungen benachbarter Materialien vermieden werden müssen.
Ergänzend zur Farbmigration können weitere Farbechtheitsprüfungen von Leder sinnvoll sein. Dazu zählen beispielsweise die Reibechtheit nach DIN EN ISO 11640 sowie die Farbechtheit gegen Schweiß nach DIN EN ISO 11641. Während diese Verfahren andere praxisrelevante Beanspruchungen simulieren, untersucht DIN EN ISO 15701 gezielt den Farbstoffübergang vom Leder auf einen angrenzenden Polymerwerkstoff.
 



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