Prüfung nach ISO 17076-1: Leder - Bestimmung des Abriebwiderstandes - Teil 1: Taber-Verfahren
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Unser Labor führt Prüfungen nach der DIN EN ISO 17076-1 im akkreditierten Verfahren durch. Die Norm beschreibt ein standardisiertes Verfahren zur Bestimmung des Abriebwiderstandes von Leder mit dem Taber-Prüfgerät. Dabei wird die Lederoberfläche einer definierten mechanischen Abriebbeanspruchung durch zwei Reibräder ausgesetzt.
Die Prüfung ist für Lederoberflächen relevant, die während ihrer Nutzung wiederholter mechanischer Beanspruchung durch Reibung und Verschleiß ausgesetzt sind. Typische Einsatzbereiche sind Sitz- und Polsterleder, Automotive-Leder, Möbelleder sowie Leder für Bekleidung, Schuhe und Lederwaren. Die Bestimmung des Abriebwiderstandes unterstützt die Materialauswahl, Produktentwicklung und Qualitätssicherung.
Durchführung der Prüfung nach DIN EN ISO 17076-1
Für die Prüfung werden kreisförmige Lederprobekörper mit einem Durchmesser von 106 mm vorbereitet und unter definierten Bedingungen konditioniert. Der Probekörper wird anschließend auf dem horizontalen Drehteller des Taber-Prüfgerätes befestigt. Während sich die Probe dreht, wirken zwei Reibräder auf die Oberfläche ein. Dabei reibt ein Rad von innen nach außen und das andere von außen in Richtung des Mittelpunktes, wodurch die charakteristische Taber-Abriebbeanspruchung entsteht.
Abhängig von der jeweiligen Prüfanforderung können unterschiedliche Reibradtypen und Belastungen eingesetzt werden. Die Norm sieht unter anderem Reibräder auf Wolframcarbid-, Gummi- oder Siliciumcarbidbasis vor. Als Prüfkraft können 2,5 N, 4,9 N oder 9,8 N je Reibrad verwendet werden. Reibradtyp, Belastung und Anzahl der Umdrehungen werden entsprechend der jeweiligen Prüfanforderung festgelegt.
Bewertung des Abriebwiderstandes
Nach einer festgelegten Anzahl von Umdrehungen wird die Lederoberfläche visuell auf Beschädigungen und Veränderungen der Abriebspur untersucht. Zur genaueren Beurteilung sieht die Norm eine Lupe mit vier- bis sechsfacher Vergrößerung vor. Sofern erforderlich, kann zusätzlich eine durch die Beanspruchung verursachte Farbänderung mit dem Graumaßstab bewertet werden.
Im Prüfbericht werden unter anderem die Anzahl der Umdrehungen, der verwendete Reibradtyp, die Prüflast sowie die beobachteten Beschädigungen dokumentiert. Falls gefordert, werden zusätzlich Farbänderungen in Graumaßstabsstufen angegeben. Die Prüfung ermöglicht damit eine reproduzierbare und vergleichende Bewertung der Widerstandsfähigkeit verschiedener Leder und Zurichtungen gegenüber mechanischer Abriebbeanspruchung.
Bezug zu anderen Normen
Ein unmittelbarer Bezug besteht zur DIN EN ISO 17076-2. Beide Teile der ISO 17076 dienen der Bestimmung des Abriebwiderstandes von Leder, verwenden jedoch unterschiedliche Prüfprinzipien. Während DIN EN ISO 17076-1 das Taber-Verfahren mit zwei Reibrädern beschreibt, erfolgt die Prüfung nach DIN EN ISO 17076-2 mit dem Martindale-Kugelplatte-Verfahren.
Anwendung für Leder und Automotive-Leder
Die DIN EN ISO 17076-1 eignet sich insbesondere zur Untersuchung von Lederoberflächen und Zurichtungen, die im Gebrauch wiederholter Reib- und Verschleißbeanspruchung ausgesetzt sind. Bei Automotive-Leder betrifft dies beispielsweise Sitzflächen und andere mechanisch beanspruchte Lederoberflächen im Fahrzeuginnenraum. Vorgesehen ist die Prüfung beispielsweise in VW TL 52745 und VW TL 52743.
Das Taber-Verfahren wird darüber hinaus für zahlreiche weitere Werkstoffe und Beschichtungen eingesetzt. Im FILK-Prüflabor werden entsprechende Reibradprüfungen neben Leder unter anderem auch an Kunststoffen, Beschichtungen, Laminaten und Textilien durchgeführt.
