Prüfung nach ISO 17076-2: Leder - Bestimmung des Abriebwiderstandes - Teil 2: Martindale-Kugelplatte-Verfahren
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Unser Labor führt Prüfungen nach der DIN EN ISO 17076-2 im akkreditierten Verfahren durch. Die Norm beschreibt ein standardisiertes Verfahren zur Bestimmung des Abriebwiderstandes von Polsterleder mit dem Martindale-Prüfgerät und einer speziellen Kugelplatte. Das Verfahren ist für unterschiedliche Anwendungen von Polsterleder vorgesehen und kann insbesondere für leicht pigmentiertes Anilinleder, pigmentiertes Leder und gedecktes Nappaleder eingesetzt werden.
Die Prüfung ist für Lederoberflächen relevant, die während ihrer Nutzung wiederholter mechanischer Beanspruchung durch Reibung und Abrieb ausgesetzt sind. Typische Einsatzbereiche sind Sitz- und Polsterleder, beispielsweise für Fahrzeuginnenräume, Möbel und andere beanspruchte Lederoberflächen. Die Bestimmung des Abriebwiderstandes unterstützt die Materialauswahl, Produktentwicklung und Qualitätssicherung.
Durchführung der Prüfung nach DIN EN ISO 17076-2
Die Prüfung basiert auf dem Martindale-Verfahren. Eine Besonderheit der DIN EN ISO 17076-2 ist die Verwendung einer Kugelplatte unter dem Lederprüfling, mit der die Beanspruchung während des täglichen Gebrauchs besser simuliert werden soll. Die Kugelplatte enthält 37 gleichmäßig angeordnete Stahlkugeln, über denen der Lederprüfling während der Prüfung beansprucht wird.
Die konditionierte Lederprobe wird zusammen mit Kugelplatte und Filz auf dem Martindale-Prüfgerät befestigt. Die Oberfläche wird mit einem definierten Scheuergewebe und einer Belastung von 12 kPa beansprucht. Nach jeweils 100 Scheuertouren wird die Lederoberfläche visuell auf Beschädigungen untersucht.
Bewertung des Abriebwiderstandes
Für die Bewertung wird ermittelt, nach wie vielen Scheuertouren die Zurichtung des Leders an mindestens vier Stellen zerstört ist. Als Zerstörung gilt, wenn die Zurichtungsschicht vollständig beschädigt ist und Lederfasern sichtbar werden. Zur Unterstützung der visuellen Beurteilung können eine Lupe oder ein Mikroskop eingesetzt werden.
Neben der Trockenprüfung sieht die Norm optional eine Prüfung mit synthetischer Schweißlösung vor. Dabei wird das Scheuergewebe mit einer alkalischen Schweißlösung befeuchtet, um den Abriebwiderstand unter zusätzlicher Schweißeinwirkung zu untersuchen.
Die Ergebnisse ermöglichen eine vergleichende Bewertung der Widerstandsfähigkeit verschiedener Leder und Zurichtungen gegenüber wiederholter mechanischer Beanspruchung und sind insbesondere für die Auswahl und Qualitätssicherung von Polsterledern von Bedeutung.
Bezug zu anderen Normen
Ein unmittelbarer Bezug besteht zur DIN EN ISO 17076-1. Beide Teile der ISO 17076 dienen der Bestimmung des Abriebwiderstandes von Leder, verwenden jedoch unterschiedliche Prüfprinzipien. Während DIN EN ISO 17076-2 das Martindale-Kugelplatte-Verfahren beschreibt, erfolgt die Prüfung nach ISO 17076-1 mit dem Taber-Verfahren.
Anwendung für Polster- und Automotive-Leder
Die Prüfung ist insbesondere für Leder geeignet, deren Oberflächen und Zurichtungen im Gebrauch einer wiederholten Scheuerbeanspruchung ausgesetzt sind. Bei Automotive-Leder betrifft dies vor allem Sitzflächen und andere beanspruchte Lederoberflächen im Fahrzeuginnenraum. Angewendet wird die Prüfung z. B. in der VW TL 52064.
