Leder – Physikalische und mechanische Prüfungen – Bestimmung der Dicke der Oberflächendeckschicht
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Unser Labor führt Prüfungen nach der Norm DIN EN ISO 17186 im akkreditierten Verfahren durch. Diese Norm beschreibt ein standardisiertes Prüfverfahren zur Bestimmung der Dicke der Oberflächendeckschicht (Zurichtung) von Leder im Rahmen physikalischer und mechanischer Prüfungen. Ziel der Prüfung ist die quantitative Erfassung der aufgebrachten Beschichtungs- bzw. Deckschichtdicke, die maßgeblichen Einfluss auf optische Eigenschaften, Haptik sowie funktionale Oberflächeneigenschaften hat. Häufig wird das Testergebnis auch benötigt für die Einordnung der Materialart / zutreffende Auslobung der Leder (für RAL 060 A2, DIN EN 15987) oder zur Festlegung von Prüfbedingungen bei anderen Tests (Anilinleder, beschichtetes Leder …). Die Norm ist für alle Lederarten sowie lederbasierte Werkstoffe / Lederwaren anwendbar.
Diese Kennwerte sind von besonderer Bedeutung für Anwendungen, bei denen die Beschichtungsdicke gezielt eingestellt und kontrolliert werden muss, beispielsweise zur Sicherstellung definierter Oberflächeneigenschaften, Verschleißbeständigkeit oder dekorativer Anforderungen. Die Schichtdicke stellt zudem einen wichtigen Parameter in der Qualitätssicherung, Materialklassifizierung sowie bei Reklamations- und Schadensanalysen dar.
Bei der Durchführung der Prüfung nach DIN EN ISO 17186 wird ein Querschnitt des Leders senkrecht zur Oberfläche hergestellt und anschließend die Dicke der Oberflächendeckschicht mikroskopisch bestimmt, vorzugsweise mittels Lichtmikroskopie oder seltener mit der Rasterelektronenmikroskopie. Dabei wird die Beschichtung nicht komprimiert, um eine unverfälschte Messung zu gewährleisten. Die ermittelte Schichtdicke kann sowohl absolut als auch im Verhältnis zur Gesamtdicke des Materials angegeben werden.