Prüfung nach ISO 178: Kunststoffe - Bestimmung der Biegeeigenschaften (ohne Verfahren IV - Messung mit Durchbiegemesseinrichtung)
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Prüfmethoden
Unser Labor führt die Prüfung nach DIN EN ISO 178 im akkreditierten Verfahren zur Bestimmung der Biegeeigenschaften von Kunststoffen durch. Die akkreditierte Durchführung am FILK umfasst die Norm mit Ausnahme der Prüfart IV – Messung mit Durchbiegungsmesseinrichtung. Im Dreipunkt-Biegeversuch werden unter definierter statischer Belastung insbesondere Biegefestigkeit, Biegemodul, Biegespannung, Biegedehnung und Durchbiegung bestimmt.
Das Verfahren eignet sich für steife und halbsteife thermoplastische und duroplastische Kunststoffe, einschließlich ungefüllter, gefüllter und geeigneter verstärkter Compounds sowie Kunststoffplatten. Bei faserverstärkten Compounds gilt die Norm für Faserlängen bis 7,5 mm vor der Verarbeitung. Für langfaserverstärkte Kunststoffe und Laminate mit größeren Faserlängen ist dagegen DIN EN ISO 14125 vorgesehen. Hartschäume und Verbundwerkstoffe mit geschäumten Strukturen liegen üblicherweise außerhalb des Anwendungsbereichs.
Die Prüfung ist besonders für die mechanische Charakterisierung von Kunststoffen, Elastomeren und Folien sowie von Kunststoffhalbzeugen und Formteilen für Automotive + Mobility geeignet.
Durchführung der Prüfung DIN EN ISO 178
Der Probekörper wird als frei aufliegender Balken auf zwei Auflagern positioniert und mittig durch eine Druckfinne belastet. Die Belastung erfolgt kontrolliert, bis der Probekörper bricht oder die nach der Norm festgelegte Verformung erreicht wird. Dabei werden Kraft und Durchbiegung erfasst. Das Prüfprinzip ist auf der FILK-Seite zum 3-Punkt-Biegeversuch näher dargestellt.
Aus dem Verlauf der Messwerte werden abhängig vom Werkstoff unter anderem Biegefestigkeit, Biegespannung beim Bruch, Biegedehnung und Biegemodul bestimmt. Bei anisotropen Materialien können Probekörper in unterschiedlichen Materialrichtungen untersucht werden. Für jede Prüfrichtung sind mindestens fünf Probekörper vorgesehen.
Anwendungen des Tests
Die Prüfung nach DIN EN ISO 178 eignet sich beispielsweise für thermoplastische und duroplastische Formmassen, Extrusions- und Vergussmassen, Spritzgussteile sowie extrudierte oder gegossene Kunststoffplatten. Unterschiede zwischen Polymerwerkstoffen, Rezepturen, Füllstoff- und Verstärkungsanteilen oder Verarbeitungsbedingungen lassen sich anhand ihrer Biegeeigenschaften vergleichen.
Die ermittelten Kennwerte sind insbesondere für Werkstoffvergleich, Produktentwicklung, Wareneingangsprüfung und Qualitätskontrolle relevant. Die Norm sieht die Ergebnisse jedoch nicht als unmittelbare Grundlage zur Bestimmung von Konstruktionseigenschaften vor.
Verwandte Prüfungen
Für langfaserverstärkte Kunststoffe und Laminate führt das FILK die Biegeprüfung nach DIN EN ISO 14125 durch. Ergänzend können die Zugeigenschaften von Form- und Extrusionsmassen nach DIN EN ISO 527-2 und das Verhalten unter schlagartiger Belastung nach DIN EN ISO 179-1 bestimmt werden. Für kleine Dynstat-Probekörper bietet das FILK außerdem den Biege- und Schlagbiegeversuch nach DIN 53435 an.
