Prüfung nach ISO 1856: Weich-elastische polymere Schaumstoffe – Bestimmung des Druckverformungsrestes
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Unser Labor führt Prüfungen nach der DIN EN ISO 1856 im akkreditierten Verfahren durch. Diese Norm beschreibt standardisierte Prüfverfahren zur Bestimmung des Druckverformungsrestes von weich-elastischen polymeren Schaumstoffen. Sie gilt für Latex- und Polyurethanschaumstoffe mit einer Dicke von mehr als 2 mm.
Die Prüfung charakterisiert, in welchem Umfang ein Schaumstoff nach einer definierten Druckverformung und anschließenden Erholungszeit dauerhaft an Dicke verliert. Sie ist damit insbesondere für Anwendungen relevant, bei denen Schaumstoffe wiederholt oder über längere Zeit Druckbelastungen ausgesetzt sind. Typische Einsatzgebiete sind Polsterungen, Sitzsysteme, Matratzen, Dichtungen und technische Dämpfungselemente sowie Schaumstoffe für Automotive und Fahrzeuginnenraum.
Durchführung der Prüfung nach ISO 1856
Für die Prüfung werden die Schaumstoff-Probekörper unter definierten klimatischen Bedingungen konditioniert. Anschließend werden sie zwischen zwei parallelen Platten um einen festgelegten Anteil ihrer ursprünglichen Dicke zusammengedrückt und für eine definierte Zeit unter dieser Verformung gehalten. Nach Entlastung und einer festgelegten Erholungszeit wird die Dicke erneut bestimmt.
Die Norm unterscheidet drei Prüfverfahren. Verfahren A sieht eine Druckverformung bei 70 °C vor, Verfahren B erfolgt bei der für die Konditionierung verwendeten Temperatur und Verfahren C ermöglicht speziell vereinbarte Bedingungen hinsichtlich Zeit, Temperatur und Verformungsgrad. Die verschiedenen Verfahren können zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.
Aus der ursprünglichen Dicke und der nach der Erholungszeit verbleibenden Dicke wird der Druckverformungsrest in Prozent berechnet. Für die Prüfung werden grundsätzlich fünf Probekörper beziehungsweise bei dünnen Materialien fünf entsprechende Probekörperanordnungen verwendet.
Bedeutung der Prüfung
Der Druckverformungsrest beschreibt die bleibende Verformung eines Schaumstoffs nach einer zeitlich begrenzten Druckbeanspruchung. Ein geringer Druckverformungsrest kennzeichnet dabei eine gute Fähigkeit des Materials, nach der Belastung wieder in Richtung seiner ursprünglichen Dicke zurückzukehren.
Die Prüfung ist daher insbesondere für die Materialauswahl, Produktentwicklung und Qualitätssicherung von Bedeutung, wenn die Formbeständigkeit und das Rückstellverhalten eines weich-elastischen Schaumstoffs unter Druckbeanspruchung bewertet werden sollen.
Bezug zu anderen Normen
Die DIN EN ISO 1856 ergänzt weitere Prüfverfahren zur mechanischen Charakterisierung weich-elastischer Schaumstoffe. Einen engen Zusammenhang gibt es mit DIN EN ISO 3386-1 und DIN EN ISO 3386-2, die die Druckspannungs-Verformungseigenschaften von Schaumstoffen niedriger beziehungsweise hoher Dichte bestimmen. Während diese Prüfungen die lasttragenden Eigenschaften bei einer definierten Druckverformung charakterisieren, bewertet DIN EN ISO 1856 die nach einer länger anhaltenden Druckverformung verbleibende Dickenänderung.
