Prüfung nach ISO 19071: Leder - Chemische Prüfungen - Bestimmung von Chrom(VI) und deren Reduktionspotential für Chrom-Gerbstoffe
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Unser Labor führt die Prüfung nach DIN EN ISO 19071 im akkreditierten Verfahren zur Bestimmung von Chrom(VI) und des Reduktionspotentials von Chrom-Gerbstoffen durch. Untersucht werden dabei nicht Lederproben, sondern chromhaltige Gerbchemikalien, wie sie bei der Herstellung chromgegerbter Leder eingesetzt werden. Das Verfahren berücksichtigt, dass handelsübliche Chrom-Gerbstoffe reduzierend wirkende Bestandteile enthalten können, die die direkte Bestimmung von Chrom(VI) beeinflussen.
Neben einem gegebenenfalls vorhandenen Chrom(VI)-Gehalt liefert die Prüfung deshalb eine Aussage darüber, in welchem Umfang der Gerbstoff zugesetztes Chrom(VI) reduzieren kann. Damit lässt sich eine für Chrom-Gerbstoffe wichtige chemische Eigenschaft quantitativ charakterisieren.
Durchführung der Prüfung DIN EN ISO 19071
Der Chrom-Gerbstoff wird in Wasser gelöst. Chrom(VI) reagiert mit 1,5-Diphenylcarbazid zu einem farbigen Komplex, der mit n-Hexanol extrahiert und anschließend photometrisch bei 540 nm bestimmt wird.
Da Chrom-Gerbstoffe ein unterschiedlich starkes Reduktionspotential besitzen können, erfolgt die Auswertung nach dem Standardadditionsverfahren. Dazu werden mehreren Ansätzen definierte Mengen Chrom(VI) zugesetzt und die Messungen für mindestens vier Konzentrationsstufen durchgeführt. Aus der resultierenden Standardadditionskurve werden der Chrom(VI)-Gehalt beziehungsweise das Reduktionspotential des untersuchten Gerbstoffes bestimmt.
Ergibt die Berechnung einen positiven Wert, wird dieser als Chrom(VI)-Gehalt in mg/kg angegeben. Ein negativer Rechenwert kennzeichnet dagegen das Reduktionspotential des Chrom-Gerbstoffes; in diesem Fall wird der Chrom(VI)-Gehalt nach der Norm als kleiner 3 mg/kg angegeben und die Stärke des Reduktionspotentials separat ausgewiesen.
Anwendungen des Tests
DIN EN ISO 19071 ist insbesondere für Hersteller, Anwender und Lieferanten von Chrom-Gerbstoffen relevant. Mit dem Verfahren können unterschiedliche Gerbchemikalien hinsichtlich ihres Chrom(VI)-Gehalts und ihrer Fähigkeit verglichen werden, vorhandenes oder entstehendes Chrom(VI) wieder zu reduzieren.
Die Prüfung kann damit zur Charakterisierung von Gerbstoffqualitäten, zum Vergleich verschiedener Lieferchargen und zur Untersuchung von Rezepturänderungen eingesetzt werden. Sie ist außerdem für die Ursachenklärung von Chrom(VI)-Problemen in der Lederherstellung interessant, da die Reduktionswirkung des eingesetzten Chrom-Gerbstoffes einen Einfluss auf das chemische System während der Gerbung haben kann.
Für die Untersuchung des fertigen Leders sind dagegen andere Prüfverfahren erforderlich.
Abgrenzung zur Chrom(VI)-Bestimmung in Leder
DIN EN ISO 19071 untersucht Chrom-Gerbstoffe, nicht das daraus hergestellte Leder. Für die direkte Bestimmung von Chrom(VI) in Leder führt das FILK die Prüfung nach DIN EN ISO 17075-1 sowie nach DIN EN ISO 17075-2 durch.
Damit können bei Fragestellungen zur Chromchemie sowohl der eingesetzte Chrom-Gerbstoff als auch das daraus hergestellte Leder gezielt untersucht werden.
Verwandte Prüfungen
Ergänzend kann der Gesamtchromgehalt beziehungsweise Chromoxidgehalt von Leder nach DIN EN ISO 5398-2 kolorimetrisch bestimmt werden. Während diese Methode den Gesamtchromgehalt erfasst, unterscheiden DIN EN ISO 17075-1 und DIN EN ISO 17075-2 gezielt Chrom(VI) im Leder. DIN EN ISO 19071 ergänzt diese Verfahren um die Untersuchung der eingesetzten Chrom-Gerbstoffe und ihres Reduktionspotentials.
Hier finden Sie auch eine Übersicht über unser Prüfangebot nach DIN-, CEN- und ISO-Normen.
