DIN EN ISO 2409 Gitterschnitt-Prüfung (Akkreditiert)

Prüfung nach ISO 2409: Beschichtungsstoffe - Gitterschnittprüfung

Unser Labor führt die Prüfung nach DIN EN ISO 2409 im akkreditierten Verfahren zur Beurteilung des Widerstands von Beschichtungen gegen Ablösung vom Substrat beziehungsweise von darunterliegenden Schichten durch. Dazu wird ein rechtwinkliges Schnittgitter bis zum Substrat in die Beschichtung eingebracht und anschließend das Ablöseverhalten bewertet. Die Gitterschnittprüfung ist ein empirisches Vergleichsverfahren und keine quantitative Messung der Haftfestigkeit.

Das Verfahren kann an Beschichtungen auf harten und weichen Substraten sowie an fertigen Bauteilen oder eigens hergestellten Probenplatten angewendet werden. Bei Mehrschichtsystemen lässt sich zusätzlich beurteilen, zwischen welchen Schichten eine Trennung auftritt. Nicht vorgesehen ist das Verfahren für Beschichtungen mit einer Gesamtschichtdicke über 250 µm oder für Strukturbeschichtungen.

Durchführung der Prüfung DIN EN ISO 2409

In die Beschichtung werden zunächst sechs parallele Schnitte und anschließend sechs weitere Schnitte rechtwinklig dazu eingebracht. Sämtliche Schnitte müssen die Beschichtung vollständig durchtrennen und bis zum Substrat reichen. Abhängig von Schichtdicke und Art des Substrats beträgt der Schnittabstand 1 mm, 2 mm oder 3 mm.

Nach dem Entfernen loser Beschichtungspartikel wird die Gitterschnittfläche visuell beurteilt. Die Einstufung erfolgt anhand der in der Norm festgelegten Kennwerte von 0 bis 5: Kennwert 0 steht für glatte Schnittränder ohne abgeplatzte Bereiche, während höhere Kennwerte eine zunehmend stärkere Ablösung der Beschichtung beschreiben. Bei Mehrschichtsystemen wird zusätzlich die Trennstelle zwischen den einzelnen Schichten beziehungsweise zwischen Beschichtung und Substrat berücksichtigt.

Die Prüfung kann manuell oder mit einem motorisch angetriebenen Schneidgerät durchgeführt werden. Da Schneidwerkzeug und Prüfverfahren das Ergebnis beeinflussen können, müssen Vergleichsprüfungen unter einheitlichen Bedingungen erfolgen.

Anwendungen des Tests

DIN EN ISO 2409 eignet sich zur vergleichenden Bewertung von Beschichtungssystemen auf unterschiedlichen Substraten. Untersucht werden können beispielsweise lackierte oder anderweitig beschichtete Kunststoffe, Polymerbauteile, Metalle sowie geeignete Holz- und Verbundoberflächen. Das Verfahren ist damit insbesondere für Kunststoffe + Elastomere + Folien und Funktionale Schichten + Composite relevant.

Mit der Gitterschnittprüfung lassen sich beispielsweise unterschiedliche Lack- und Beschichtungssysteme, Vorbehandlungen, Primer, Substrate oder Prozessbedingungen miteinander vergleichen. Sie kann auch eingesetzt werden, um Veränderungen des Ablöseverhaltens nach Alterungs-, Klima- oder anderen Beanspruchungen zu beurteilen.

Die systematische Bewertung von Beschichtungsschäden liefert wichtige Befunde für die Schadensanalyse an beschichteten Oberflächen.

Abgrenzung zur Haftfestigkeitsprüfung

Der Gitterschnitt-Kennwert wird häufig zur Beurteilung der Haftung einer Beschichtung herangezogen. DIN EN ISO 2409 bestimmt jedoch keine Haftfestigkeit als Kraft- oder Spannungswert. Das Ergebnis beschreibt vielmehr das Ablöseverhalten der Beschichtung nach dem definierten Einschneiden.

Wenn die Haftfestigkeit einer Beschichtung quantitativ bestimmt werden soll, ist ein dafür vorgesehenes Verfahren wie der Abreißversuch geeigneter.

Verwandte Prüfungen

Für die mechanische Beanspruchung von Beschichtungsoberflächen bietet das FILK außerdem die Kratzprüfung nach DIN EN ISO 22557 an. Ergänzend kann die Kratzbeständigkeit mit konstanter Belastung nach DIN EN ISO 1518-1 untersucht werden.

Hier finden Sie auch eine Übersicht über unser Prüfangebot nach DIN-, CEN- und ISO-Normen.



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