Leder - Chemische Prüfungen - Bestimmung des pH-Wertes und der Differenzzahl
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Wir führen in unserem Labor Prüfungen nach DIN EN ISO 4045 zur Bestimmung des pH-Wertes von Leder im akkreditierten Verfahren durch. Der pH-Wert ist eine wichtige Kenngröße zur Beurteilung der chemischen Beschaffenheit von Leder. Zu stark saure oder alkalische Leder können die Alterungsbeständigkeit beeinflussen, Materialschäden begünstigen oder Wechselwirkungen mit angrenzenden Materialien hervorrufen. Insbesondere bei Ledern mit Chromgerbung oder verschiedenen Nachgerb- und Ausrüstungsverfahren können pH-Werte Hinweise auf Prozesszustände oder verbleibende chemische Rückstände liefern. Zusätzlich können erhöhte Säuregehalte die Hydrolyse bestimmter Materialbestandteile beschleunigen.
Durchführung der Prüfung
Im Test nach DIN EN ISO 4045 werden definierte Lederproben zerkleinert und unter festgelegten Bedingungen mit Wasser extrahiert. Nach einer normierten Extraktionszeit wird der wässrige Auszug aufbereitet und der pH-Wert elektrometrisch mit einer kalibrierten Glaselektrode bestimmt. Zusätzlich kann im Rahmen des Tests die Differenzzahl bestimmt werden. Hierzu erfolgt eine weitere Messung nach definierter Verdünnung des Extrakts. Größere Differenzen können auf freie starke Säuren hinweisen. Die Prüfung erfordert definierte Konditionierungsbedingungen, da Feuchtigkeitsgehalt und Materialinhomogenitäten die Messergebnisse beeinflussen können.
Die Prüfung wird unter anderem für Automobilleder, Schuhoberleder, Möbelleder und Bekleidungsleder eingesetzt. Im Automobilbereich wird sie beispielsweise für Leder von Sitzbezügen, Lenkradbezügen und Interieur-Bauteilen angewendet. Die Norm wird häufig gemeinsam mit DIN EN ISO 4047 (Aschegehalt) und DIN EN ISO 5398-1 (Chromoxidgehalt) eingesetzt, um chemische Eigenschaften und Gerbparameter umfassender zu charakterisieren. Bei fehleranalytischen Untersuchungen können auffällige pH-Werte Hinweise auf veränderte Herstellungsbedingungen oder Alterungsvorgänge liefern.