DIN EN ISO 6383-1 (Akkreditiert)

Kunststoffe - Folien und Bahnen - Bestimmung der Reißfestigkeit - Teil 1: Hosenreiß-Verfahren

Material

  • Kunststoffe + Elastomere + Folien

Branche

  • Automotive + Mobility

Herausgeber

  • DIN / CEN / ISO

Unser Labor führt Prüfungen nach DIN EN ISO 6383-1 im akkreditierten Verfahren zur Bestimmung der Reißfestigkeit von Kunststofffolien und Kunststoffbahnen durch. Die Norm beschreibt das sogenannte Hosenreißverfahren (Trouser Tear Method) zur Ermittlung des Widerstandes eines Materials gegen die Fortsetzung eines bereits eingeleiteten Risses. Sie ist für Kunststofffolien und Kunststoffbahnen mit einer Dicke von weniger als 1 mm vorgesehen und eignet sich sowohl für flexible als auch für bestimmte steifere Materialien, sofern kein spröder Bruch auftritt.

Die Prüfung wird unter anderem für Kunststofffolien, technische Folien, beschichtete Bahnen, Kunstleder, Verpackungsfolien sowie flexible Polymerwerkstoffe eingesetzt. Die ermittelten Kennwerte dienen der Werkstoffentwicklung, Qualitätskontrolle, Materialfreigabe und dem Vergleich unterschiedlicher Rezepturen oder Materialaufbauten. Besonders relevant ist die Prüfung für Anwendungen, bei denen vorhandene Einschnitte, Kerben oder Beschädigungen unter Belastung zu einer weiteren Rissausbreitung führen können.

Durchführung der Prüfung

Für die Durchführung der Tests werden genormte hosenförmige Probekörper hergestellt, bei denen ein mittiger Längseinschnitt zwei „Hosenbeine“ bildet. Diese werden in die Spannzeuge einer Zugprüfmaschine eingespannt und mit definierter Prüfgeschwindigkeit auseinandergezogen. Während der Riss entlang der Prüfkörperlänge fortschreitet, wird die hierfür erforderliche Kraft kontinuierlich erfasst. Aus der mittleren Kraft wird die Reißfestigkeit des Materials berechnet. Die Prüfung erfolgt unter festgelegten Bedingungen hinsichtlich Probenvorbehandlung, Temperatur und Luftfeuchte.

Die DIN EN ISO 6383-1 wird häufig ergänzend zu weiteren Weiterreißprüfungen eingesetzt. Für beschichtete Textilien und Kunstleder bietet das FILK Prüflabor Prüfungen nach DIN EN ISO 4674-1 sowie DIN EN 1875-3 an. Während diese Verfahren speziell auf beschichtete textile Flächengebilde ausgerichtet sind, behandelt die DIN EN ISO 6383-1 Kunststofffolien und Kunststoffbahnen. Darüber hinaus werden für Leder die Weiterreißprüfungen nach DIN EN ISO 3377-1 (Einkantenrissverfahren) und DIN EN ISO 3377-2 (Doppelkantenrissverfahren) angeboten. Die verschiedenen Verfahren verwenden unterschiedliche Probengeometrien und Belastungsprinzipien und liefern dadurch werkstoffspezifische Kennwerte zur Bewertung des Rissfortpflanzungsverhaltens.



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