Prüfung nach ISO 8256: Kunststoffe - Bestimmung der Schlagzugzähigkeit
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Unser Labor führt die Prüfung nach DIN EN ISO 8256, Verfahren A im akkreditierten Verfahren zur Bestimmung der Schlagzugzähigkeit von Kunststoffen durch. Der Schlagzugversuch charakterisiert das Verhalten eines Werkstoffs bei einer schlagartig eingeleiteten Zugbeanspruchung mit hoher Verformungsgeschwindigkeit. Am FILK können Probekörper der Typen 1, 2, 3 und 4 mit einem Pendelarbeitsvermögen bis 4 J und bei tiefen Temperaturen bis −40 °C geprüft werden.
Das Verfahren kann sowohl an Probekörpern aus Formmassen als auch an Proben aus Formteilen und Halbzeugen angewendet werden, beispielsweise aus Spritzgussteilen, Schichtstoffen sowie extrudierten oder gegossenen Tafeln. Damit ergänzt die Prüfung die mechanische Charakterisierung von Kunststoffen, Elastomeren und Folien und gehört im FILK-Prüflabor zum Bereich Zähigkeit und Bruchverhalten.
Durchführung der Prüfung DIN EN ISO 8256
Beim im FILK angewendeten Verfahren A wird der Probekörper zwischen einer festen Einspannung und einem Querjoch befestigt. Durch das Auslösen eines Pendelschlagwerks wird der Probekörper schlagartig in Zugrichtung beansprucht und bis zum Bruch belastet. Dabei wird die vom Probekörper aufgenommene Schlagarbeit bestimmt und um die für das Prüfverfahren erforderlichen Energieanteile korrigiert.
Je nach Werkstoff und Prüfaufgabe können unterschiedliche Probekörperformen sowie ungekerbte oder gekerbte Probekörper eingesetzt werden. Die Schlagzugzähigkeit wird aus der zum Bruch erforderlichen Arbeit und dem maßgebenden Querschnitt des Probekörpers berechnet und in kJ/m² angegeben.
Anwendungen des Tests
Die Prüfung nach DIN EN ISO 8256 eignet sich besonders zur vergleichenden Beurteilung dünner oder relativ flexibler Kunststoffe unter dynamischer Zugbeanspruchung. Typische Prüfmaterialien sind thermoplastische und duroplastische Formmassen, Kunststofftafeln, Spritzgussteile, Schichtstoffe und weitere polymere Halbzeuge.
Mit dem Verfahren lassen sich Unterschiede zwischen Werkstoffen, Rezepturen und Herstellungsbedingungen hinsichtlich ihres Verhaltens bei schlagartiger Belastung untersuchen. Bei anisotropen Tafeln können Probekörper in unterschiedlichen Materialrichtungen geprüft werden. Die Ergebnisse eignen sich für Werkstoffvergleich, Produktions- und Qualitätskontrolle, sind jedoch nicht unmittelbar als Kennwerte für Konstruktionsberechnungen vorgesehen.
Verwandte Prüfungen
Für Kunststoffe, die sich für eine Schlagbiegebeanspruchung eignen, führt das FILK die Charpy-Schlagzähigkeitsprüfung nach DIN EN ISO 179-1 durch. Für kleinere Probekörper steht außerdem der Biege- und Schlagbiegeversuch nach DIN 53435 zur Verfügung. Zur ergänzenden Charakterisierung unter statischer Zugbeanspruchung können die Zugeigenschaften von Form- und Extrusionsmassen nach DIN EN ISO 527-2 bestimmt werden.
