Prüfung nach ISO 9352: Kunststoffe – Bestimmung des Abriebs nach dem Reibradverfahren
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Unser Labor führt die Prüfung nach DIN ISO 9352 im akkreditierten Verfahren zur Bestimmung des Abriebwiderstands von Kunststoffen mit Reibrädern durch. Das Verfahren charakterisiert den fortschreitenden Materialverlust beziehungsweise die Veränderung einer Kunststoffoberfläche infolge einer definierten schleifenden und kratzenden Beanspruchung. Es kann auf geformte Probekörper ebenso wie auf geeignete Bauteile und Fertigprodukte angewendet werden.
Die Prüfung eignet sich für unterschiedliche steife und flexible Kunststoffe und ist insbesondere für Oberflächen relevant, die während der Nutzung wiederholter Reibung und mechanischem Verschleiß ausgesetzt sind. Schaumstoffe und Lacke sind vom Anwendungsbereich der Norm ausgenommen. Das Verfahren gehört beim FILK zu den Abrieb- und Verschleißprüfungen und speziell zum Reibradverfahren (Taber).
Durchführung der Prüfung DIN ISO 9352
Der Probekörper wird auf einem motorisch angetriebenen Drehteller befestigt. Zwei Reibräder werden mit festgelegter Kraft auf die Oberfläche aufgesetzt. Während sich der Probekörper dreht, erzeugen die Reibräder eine definierte Abriebbeanspruchung; entstehender Abrieb wird während der Prüfung abgesaugt.
Reibradtyp, Belastung und Anzahl der Umdrehungen richten sich nach der jeweiligen Werkstoff- oder Produktspezifikation. Nach der Beanspruchung kann der Abrieb beispielsweise anhand des Masse- oder Volumenverlustes, einer Veränderung optischer Eigenschaften oder der Anzahl der Umdrehungen bis zum Erreichen eines festgelegten Verschleißzustandes bewertet werden.
Anwendungen des Tests
Die Prüfung nach DIN ISO 9352 eignet sich zur vergleichenden Bewertung der Verschleißbeständigkeit von Kunststoffen, Elastomeren und Folien. Untersucht werden können beispielsweise Kunststoffplatten, Formteile, technische Kunststoffoberflächen sowie Bauteile für Anwendungen im Bereich Automotive + Mobility.
Das Reibradverfahren ermöglicht die Untersuchung unterschiedlicher Werkstoffe, Rezepturen und Oberflächenausführungen unter reproduzierbarer mechanischer Beanspruchung. Da die Ergebnisse unter anderem vom verwendeten Reibrad und den Prüfbedingungen abhängen, sollten Vergleichsprüfungen unter identischen Bedingungen durchgeführt werden.
Verwandte Prüfungen
Für kunststoff- oder kautschukbeschichtete Textilien führt das FILK die Abriebprüfung nach DIN EN ISO 5470-1 – Taber-Abriebprüfgerät durch. Für Leder steht mit DIN EN ISO 17076-1 – Taber-Verfahren ein entsprechendes werkstoffspezifisches Reibradverfahren zur Verfügung. Beschichtete Textilien können alternativ mit dem Martindale-Prinzip nach DIN EN ISO 5470-2 untersucht werden.
