Prüfung nach Volkswagen PV 3906: Nichtmetallische Flächengebilde - Prüfung des Abriebverhaltens
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Prüfmethoden
Unser Labor führt Prüfungen nach der Volkswagen PV 3906 im akkreditierten Verfahren durch. Die Prüfvorschrift beschreibt ein standardisiertes Verfahren zur Bestimmung der Abriebbeständigkeit und Reibechtheit von Oberflächen mit einem Linearhubgerät. Untersucht werden können unter anderem lackierte und beschichtete, durchgefärbte oder beflockte Oberflächen sowie eingefärbte und bedruckte Textilien und Folien.
Die Prüfung ist insbesondere für Oberflächen relevant, die während der Nutzung wiederholten Reibbeanspruchungen ausgesetzt sind. Sie ermöglicht sowohl die Beurteilung sichtbarer Veränderungen der Oberfläche durch Abrieb als auch die Bewertung der Widerstandsfähigkeit der Farbe gegenüber Abreiben und Anbluten auf andere Textilien. Damit unterstützt die PV 3906 die Material- und Oberflächenauswahl, Bauteilentwicklung und Qualitätssicherung insbesondere für Anwendungen im Automotive-Bereich.
Durchführung der Prüfung nach VW PV 3906
Die Prüfung erfolgt mit einem Linearhubgerät bzw. Crockmeter oder einem gleichwertigen Gerät. Als Reibmedium wird ein definiertes ungefärbtes Nesselgewebe verwendet, das über das Reibwerkzeug gespannt wird. Die Anzahl der Crockmeterhübe und die Anforderungen an die Reibechtheit richten sich nach der jeweiligen Zeichnung oder Spezifikation.
Die PV 3906 sieht Prüfungen mit trockenem und nassem Reibgewebe vor. Bei der Nassprüfung wird das Reibgewebe definiert befeuchtet und anschließend die Oberfläche einer festgelegten Reibbeanspruchung ausgesetzt. Nach der Nassprüfung erfolgt eine Reinigung und Trocknung der Probe; die Beurteilung wird nach einer Stunde bei Raumtemperatur vorgenommen.
Vor der Prüfung werden die Proben entsprechend vorbereitet und konditioniert. Zwischen der Herstellung des Probekörpers, beispielsweise durch Lackierung oder Spritzguss, und der Prüfung müssen mindestens sieben Tage liegen; vor Prüfbeginn erfolgt eine Konditionierung von mindestens 24 Stunden bei den festgelegten Bedingungen.
Bewertung von Abriebbeständigkeit und Reibechtheit
Die Abriebbeständigkeit der Oberfläche wird nach der Reibbeanspruchung visuell unter definierten Licht- und Betrachtungsbedingungen beurteilt. Die PV 3906 verwendet hierfür eine Bewertungsskala von Note 1 bis Note 4. Note 1 entspricht keiner sichtbaren Veränderung, während Note 4 eine starke Veränderung, beispielsweise das Sichtbarwerden des Grundmaterials, beschreibt.
Für die Reibechtheit der Farbe wird das Anbluten des Reibgewebes beurteilt. Dies kann visuell mithilfe eines Graumaßstabes oder messtechnisch mit einem Spektralphotometer erfolgen. Die Prüfung ermöglicht damit eine differenzierte Bewertung sowohl des mechanischen Abriebverhaltens einer Oberfläche als auch einer möglichen Farbübertragung durch Reibung.
Bezug zu anderen Normen und Prüfverfahren
Die VW PV 3906 steht in direktem Zusammenhang mit der DIN EN ISO 105-X12 zur Bestimmung der Farbechtheit gegen Reiben. Die Probenherstellung und die Durchführung der Reibversuche orientieren sich an diesem Verfahren. Für die Bewertung des Anblutens werden außerdem die DIN EN ISO 105-A03 bzw. DIN EN ISO 105-A04 herangezogen.
Ein weiterer Bezug besteht zur DIN EN ISO 21546, die den Widerstand von Beschichtungsstoffen gegen Verkratzen mit einem Linearhubgerät (Crockmeter) beschreibt. Das dort definierte Reibwerkzeug C wird auch bei der PV 3906 eingesetzt.
Anwendung für Automotive-Oberflächen
Die PV 3906 deckt ein vergleichsweise breites Spektrum nichtmetallischer Oberflächen ab. Geprüft werden können beispielsweise lackierte und beschichtete Kunststoffoberflächen, durchgefärbte Kunststoffteile, beflockte Oberflächen sowie eingefärbte oder bedruckte Textilien und Folien.
Das Verfahren eignet sich damit insbesondere zur Beurteilung von Materialien und Bauteiloberflächen, deren optisches Erscheinungsbild und Farbe trotz wiederholter Kontakt- und Reibbeanspruchung erhalten bleiben sollen. Durch die Kombination der Bewertung von Abriebbeständigkeit und Reibechtheit können unterschiedliche Aspekte der Gebrauchstauglichkeit von Oberflächen unter reproduzierbaren Bedingungen untersucht werden.
