VW PV 3987 Scheuerbeständigkeit (Akkreditiert)

Prüfung nach Volkswagen PV 3987: Scheuerbeständigkeit (Mikrokratzbeständigkeit) von Hochglanzoberflächen im Fahrzeuginterieur

Unser Labor führt Prüfungen nach der Volkswagen PV 3987 im akkreditierten Verfahren durch. Die Prüfvorschrift beschreibt ein standardisiertes Verfahren zur Bestimmung der Scheuerbeständigkeit bzw. Mikrokratzbeständigkeit von Hochglanzoberflächen im Fahrzeuginnenraum. Untersucht wird, wie sich eine definierte Reibbeanspruchung mit geringer Kraft auf das optische Erscheinungsbild und insbesondere den Glanz der Oberfläche auswirkt.

Die Prüfung ist sowohl für unbeschichtete Hochglanzoberflächen, beispielsweise aus PA oder PMMA, als auch für beschichtete Oberflächen, etwa Lackierungen sowie IMD- und IML-Oberflächen, vorgesehen. Die mechanische Beanspruchung bildet näherungsweise die Belastung durch Reinigungsvorgänge ab und ist damit besonders für sichtbare und häufig berührte Hochglanzoberflächen im Automotive-Interieur relevant.

Durchführung der Prüfung nach VW PV 3987

Vor der Prüfung werden die Proben gereinigt und unter den festgelegten Bedingungen konditioniert. Zwischen der Herstellung beziehungsweise Beschichtung des Probekörpers und der Prüfung müssen mindestens sieben Tage liegen. Nach der Probenreinigung erfolgt eine Konditionierung von mindestens 24 Stunden bei der festgelegten Raumtemperatur.
Zunächst wird der Ausgangsglanz der Oberfläche bestimmt. Anschließend erfolgt die definierte Reibbeanspruchung mit einem Crockmeter und einem speziellen Polierpapier als Reibmedium. Die Oberfläche wird mit einer Prüfkraft von 9 N beansprucht; ein Prüfvorgang umfasst fünf Doppelhübe. Das verwendete Polierpapier besitzt ein Schleifkorn aus Aluminiumoxid mit einer Körnung von 5 µm.
Nach der Beanspruchung werden die Proben erneut für 24 Stunden gelagert. Anschließend wird der Glanz auf der Reibspur an mindestens fünf Messpunkten bestimmt und mit dem Ausgangszustand verglichen.

Bewertung der Mikrokratzbeständigkeit

Die Scheuer- bzw. Mikrokratzbeständigkeit wird anhand der durch die Reibbeanspruchung verursachten relativen Glanzänderung bewertet. Hochglänzende Oberflächen werden in der PV 3987 grundsätzlich durch einen Glanzgrad von mehr als 70 Glanzeinheiten bei einer 60°-Messung charakterisiert; die weitere Glanzmessung erfolgt dann bei einem Messwinkel von 20°.
Die relative Veränderung des Glanzes ermöglicht eine quantitative Beurteilung, wie stark die Oberfläche durch die definierte Reib- und Mikrokratzbeanspruchung optisch verändert wird. Die Ergebnisse sind insbesondere für die Material- und Oberflächenauswahl, Bauteilentwicklung und Qualitätssicherung von hochwertigen Kunststoffoberflächen im Fahrzeuginnenraum von Bedeutung.

Bezug zu anderen Normen und Volkswagen-Prüfvorschriften

Die VW PV 3987 steht in engem Zusammenhang mit der DIN EN ISO 21546, die den Widerstand von Beschichtungsstoffen gegen Verkratzen mit einem Linearhubgerät (Crockmeter) bestimmt. Die PV 3987 greift auf dieses Prüfprinzip zurück und legt spezifische Prüfbedingungen für die Bewertung von Hochglanzoberflächen im Fahrzeuginnenraum fest.
Innerhalb der Volkswagen-Prüfvorschriften ergänzt die PV 3987 die PV 3952 zur Bestimmung der Kratzfestigkeit von Kunststoff-Bauteilen. Während bei der PV 3952 mit einem Kratzstichel ein definiertes Kratzgitter erzeugt und die resultierende optische Veränderung farbmetrisch bewertet wird, untersucht die PV 3987 die Wirkung einer wiederholten, geringeren Reibbeanspruchung auf Hochglanzoberflächen und bewertet diese anhand der Glanzänderung.

Anwendung im Fahrzeuginterieur

Die PV 3987 wurde speziell für Hochglanzoberflächen im Fahrzeuginterieur entwickelt. Solche Oberflächen werden beispielsweise bei dekorativen Kunststoffbauteilen, Blenden, Konsolen und weiteren sichtbaren Interieur-Komponenten eingesetzt. Da die Prüfbeanspruchung näherungsweise einen Reinigungsvorgang abbildet, ist das Verfahren insbesondere für Oberflächen relevant, deren hochwertiges optisches Erscheinungsbild auch bei wiederholter Nutzung und Reinigung erhalten bleiben soll.
 



Prüflabor-Anfrage

Kontakt

FILK Freiberg Institute gGmbH
Meißner Ring 1-5
D-09599 Freiberg

Fon: +49-(0)3731-366-0
Fax: +49-(0)3731-366-130
E-Mail: mailbox@filkfreiberg.de