VDA 230-205 Losnarbigkeitseffekt (Akkreditiert)

Prüfung nach VDA 230-205: Leder für die Kraftfahrzeuginnenausstattung - Bestimmung des Losnarbigkeitseffekts

Unser Labor führt die Prüfung nach VDA 230-205 im akkreditierten Verfahren zur Bestimmung des Losnarbigkeitseffekts von Leder für die Kraftfahrzeuginnenausstattung durch. Untersucht werden sowohl unkaschierte als auch kaschierte Leder. Das Verfahren ist für unkaschierte Leder bis zu einer Dicke von etwa 2,0 mm sowie für kaschierte Verbunde bis zu einer Gesamtdicke von etwa 5 mm vorgesehen.

Als Losnarbigkeitseffekt bezeichnet die VDA 230-205 eine beim konkaven Biegen sichtbar werdende Faltenbildung auf der Narbenseite. Sie kann unterschiedliche Ursachen haben: eine unzureichend mit dem darunterliegenden Leder verbundene Narbenschicht, eine lockere Faserstruktur des Leders oder die zusätzliche Dehnung eines rückseitig aufkaschierten Materials. Die Prüfung gibt damit nicht nur Aufschluss über die Ausprägung der Faltenbildung, sondern kann auch Hinweise auf deren Ursache liefern.

Durchführung der Prüfung VDA 230-205

Das Leder wird mit der Narbenseite nach außen über ein Halbrohr („Halpi“) mit definiertem Radius konkav gebogen. Das dabei entstehende Faltenbild wird mit fotografischen Referenzmustern verglichen und anhand einer fünfstufigen Bewertungsskala beurteilt. Für Glattleder, geprägte Leder und kaschierte Leder stehen jeweils entsprechende Referenzskalen zur Verfügung.

Bei Verfahren A werden unkaschierte Leder untersucht. Dabei wird jeweils ein Teil der Fleischseite mit einem definierten Klebeband fixiert, sodass das Faltenverhalten des fixierten und des nicht fixierten Bereichs direkt miteinander verglichen werden kann. Die Bewertung erfolgt längs und quer zur Rückenlinie. Verfahren B ist für bereits kaschierte Leder vorgesehen und verwendet einen größeren Biegeradius; auch hier werden zwei zueinander senkrechte Materialrichtungen bewertet.

Anwendungen des Tests

VDA 230-205 dient insbesondere zur Beurteilung von Automotive-Leder hinsichtlich unerwünschter Falten, Wellen und anderer sichtbarer Veränderungen der Narbenseite bei Biegebeanspruchung. Bei unkaschiertem Leder kann die Prüfung auch zerstörungsfrei an ganzen Häuten zur Ein- oder Ausgangskontrolle durchgeführt werden.

Ein besonderer Vorteil des Verfahrens ist die in der Norm beschriebene Möglichkeit einer weiterführenden Ursachenanalyse bei schlecht bewerteten Proben. Durch mikroskopische Untersuchung kann beispielsweise unterschieden werden, ob sich die Narbenschicht von der darunterliegenden Faserstruktur löst, eine lockere Lederfaserstruktur durch die rückseitige Fixierung sichtbar wird oder die Kaschierung selbst zur Faltenbildung beiträgt. Damit besitzt das Verfahren auch einen direkten Bezug zur Schadensanalytik und Begutachtung am FILK.

Die Prüfung ist Bestandteil zahlreicher Liefervorschriften und wird in abgewandelter Form auch für Kunstleder eingesetzt, beispielsweise in DBL 1200, DBL 5310, BMW TL 9879076.6 für den Faltenwurf von Trilaminaten bei Kunstleder sowie in BMW GS 93039 und BMW QV 11739234 in Anlehnung an das Verfahren.

Verwandte Prüfungen

Für die Beurteilung weiterer Eigenschaften von Leder und flexiblen Oberflächenmaterialien im Fahrzeuginnenraum bietet das FILK unter anderem die Biegesteifigkeitsprüfung nach VDA 230-209, die Scheuerprüfung nach VDA 230-211 sowie die Bestimmung des Anschmutz- und Reinigungsverhaltens nach VDA 230-212 an.

Hier finden Sie auch eine Übersicht über unser Prüfangebot an VDA-Prüfungen und -Spezifikationen.



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