Untersuchung des Stick-Slip-Verhaltens von Materialpaarungen
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Unser Labor führt Prüfungen nach VDA 230-206 zur Untersuchung des Stick-Slip-Verhaltens von Materialpaarungen im Fahrzeuginnenraum durch. Das Verfahren dient der Bewertung von Reibungs- und Gleitvorgängen zwischen zwei Werkstoffoberflächen, insbesondere im Hinblick auf ruckartige Haft-Gleit-Übergänge („Stick-Slip“), die in der Praxis als Knarz-, Quietsch- oder Geräuschphänomene wahrgenommen werden können. Die Prüfung wird insbesondere für Materialkombinationen im Automotive-Interieur eingesetzt, bei denen es zu relativen Bewegungen zwischen Oberflächen kommen kann.
Die VDA 230-206 ist eine herstellerspezifische Prüfvorschrift des Verbandes der Automobilindustrie und wird unter anderem zur Beurteilung von Paarungen wie Leder gegen Leder, Kunstleder gegen Kunstleder oder Kunststoff gegen Kunststoff eingesetzt. Sie ergänzt damit tribologische Prüfungen zur Reibung und Geräuschneigung von Interieurmaterialien und ist relevant für Bauteile mit Kontakt- und Gleitbewegungen im Fahrzeuginnenraum, etwa in Sitzsystemen, Verkleidungen oder Armauflagen.
Prüfprinzip und Durchführung
Bei der Prüfung werden zwei definierte Materialproben als Paarung in eine Prüfvorrichtung eingespannt und unter kontrollierten Bedingungen gegeneinander bewegt. Dabei wird eine definierte Normalkraft aufgebracht und die Relativbewegung mit konstanter Geschwindigkeit durchgeführt. Während des Gleitvorgangs werden Reibkraftverläufe aufgezeichnet und charakteristische Stick-Slip-Ereignisse ermittelt. Aus den Messdaten werden Kennwerte zur Bewertung des Reib- und Gleitverhaltens sowie der Neigung zu ruckartigen Bewegungen abgeleitet.
Die Ergebnisse werden im Kontext vergleichbarer Materialpaarungen bewertet und dienen der Werkstoffauswahl, Bauteiloptimierung sowie der Reduzierung von Geräusch- und Komfortbeeinträchtigungen im Fahrzeuginnenraum.