Prüfung nach VDA 230-209: Leder, Kunststoffbahnenwaren und Textilien für Kraftfahrzeuge - Bestimmung der Biegeeigenschaften
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Unser Labor führt die Prüfung nach VDA 230-209 im akkreditierten Verfahren zur Bestimmung der Biegekraft von Leder, Kunstleder, Folien und Textilien für Kraftfahrzeuge durch. Das Verfahren quantifiziert den Widerstand flexibler Materialien gegen eine definierte Biegebeanspruchung und ermöglicht dadurch den objektiven Vergleich von Materialien mit unterschiedlicher Steifigkeit und Flexibilität.
Das Biegeverhalten wird unter anderem durch Materialdicke, Faser- oder Materialrichtung, Beschichtung, Narbung, Kaschierung und mehrschichtige Materialaufbauten beeinflusst. Die Prüfung ist deshalb besonders für flexible Oberflächen- und Bezugsmaterialien im Fahrzeuginnenraum geeignet.
Durchführung der Prüfung VDA 230-209
Die Biegekraft wird nach der Balkenmethode im Zweipunktverfahren bestimmt. Der Probekörper wird vertikal in eine drehbare Halterung eingespannt. Während der definierten Drehbewegung wird die Probe gegen einen Messbalken gebogen. Die dabei auf den Balken wirkende Kraft wird bei einem festgelegten Biegewinkel erfasst.
VDA 230-209 sieht unterschiedliche Parametersätze mit verschiedenen Biegelängen vor. Sofern keine andere Vorgabe besteht, wird der in der Norm definierte Standardsatz A verwendet. Die Prüfung kann in unterschiedlichen Materialrichtungen erfolgen, bei Leder beispielsweise parallel und senkrecht zur Rückenlinie und bei anderen Materialien parallel und senkrecht zur Herstellungsrichtung.
Zusätzlich kann berücksichtigt werden, welche Seite des Materials beim Biegen gedehnt beziehungsweise gestaucht wird. Dadurch können Unterschiede zwischen der zum Fahrzeuginnenraum gerichteten Narben-, Beschichtungs- oder Sichtseite und der Rückseite des Materials gezielt erfasst werden.
Anwendungen des Tests
Die nach VDA 230-209 bestimmte Biegekraft ermöglicht einen quantitativen Vergleich der Flexibilität von Materialien, die bei der Verarbeitung und im späteren Bauteil gebogen, gefaltet, kaschiert oder an dreidimensionale Geometrien angepasst werden. Unterschiede zwischen Materialrezepturen, Beschichtungen, Kaschierungen oder Herstellungsvarianten können damit unmittelbar erfasst werden.
Die Prüfung ist beispielsweise für Leder und Kunstleder, beschichtete textile Flächengebilde, Folien und Textilien für Sitze, Verkleidungen und andere sicht- oder berührungsrelevante Bereiche des Fahrzeuginnenraums von Bedeutung. Durch Prüfungen in verschiedenen Materialrichtungen lässt sich außerdem richtungsabhängiges Biegeverhalten untersuchen.
Verwandte Prüfungen
Für Automotive-Leder kann ergänzend der Losnarbigkeitseffekt nach VDA 230-205 untersucht werden, bei dem das Faltenverhalten der Narbenseite bei konkaver Biegung bewertet wird. Die Kältebeständigkeit nach VDA 230-217 untersucht dagegen das Verhalten flexibler Kunststoffbahnenwaren bei schneller Biege- beziehungsweise Stoßbeanspruchung unter niedrigen Temperaturen. Für die mechanische Beanspruchung von Oberflächenmaterialien steht außerdem die Scheuerprüfung nach VDA 230-211 zur Verfügung.
Hier finden Sie auch eine Übersicht über unser Prüfangebot an VDA-Prüfungen und -Spezifikationen.
