Prüfung nach EN 20105-A02: Textilien - Echtheitsprüfungen - Teil A02: Graumaßstab zur Bewertung der Änderung der Farbe
Material
Branche
Herausgeber
Prüfkategorien
Unser Labor führt Prüfungen nach DIN EN 20105-A02 im akkreditierten Verfahren zur visuellen Bewertung von Farbänderungen mit dem Graumaßstab durch. Das Verfahren dient dazu, die nach einer Beanspruchung oder Farbechtheitsprüfung eingetretene Änderung der Farbe eines Materials einheitlich zu bewerten. Hierzu wird der Farbunterschied zwischen dem ursprünglichen und dem geprüften Material mit definierten Graustufen verglichen und als Echtheitszahl angegeben. Dadurch lassen sich Farbveränderungen unabhängig von der konkreten Ursache der Beanspruchung standardisiert beurteilen.
Durchführung der Prüfung
Für den Test werden das ursprüngliche Material und die nach einer definierten Beanspruchung geprüfte Probe nebeneinander unter festgelegten Beleuchtungs- und Betrachtungsbedingungen beurteilt. Der sichtbare Farbunterschied wird mit dem Graumaßstab verglichen, dessen Abstufungen definierten Kontrastunterschieden entsprechen.
Die Bewertung erfolgt mit Echtheitszahlen von 5 bis 1, wobei die Stufe 5 keine beziehungsweise eine sehr geringe sichtbare Farbänderung und die Stufe 1 eine sehr starke Farbänderung kennzeichnet. Zur differenzierteren Beurteilung können zusätzlich die Zwischenstufen 4–5, 3–4, 2–3 und 1–2 verwendet werden. Bei Bedarf kann die Art der Farbänderung, beispielsweise eine Verschiebung des Farbtons, ergänzend beschrieben werden.
Anwendungen des Tests
Die DIN EN 20105-A02 wird zur Bewertung von Farbänderungen nach unterschiedlichsten Farbechtheits-, Alterungs- und Beständigkeitsprüfungen eingesetzt. Der Graumaßstab erzeugt dabei selbst keine Materialbeanspruchung, sondern dient als standardisiertes Bewertungsverfahren für eine zuvor hervorgerufene Farbveränderung. Dadurch können Prüfergebnisse verschiedener Materialien, Behandlungen und Beanspruchungsbedingungen einheitlich eingeordnet und miteinander verglichen werden.
Typische Prüfmaterialien und Anwendungen sind:
Textilien und Garne,
Kunstleder und beschichtete Textilien,
Leder und Lederfaserwerkstoffe,
Kunststoffe, Elastomere und Folien,
Bezugs- und Polstermaterialien,
Materialien für Fahrzeuginnenräume,
Bekleidungs- und Schuhmaterialien,
Oberflächen nach Licht-, Reibungs-, Wasser-, Schweiß- oder Alterungsbeanspruchungen,
Materialien zur vergleichenden Beurteilung von Rezepturen, Färbungen und Oberflächenbehandlungen.
Besondere Bedeutung besitzt das Verfahren überall dort, wo Farbveränderungen nach einer definierten Beanspruchung reproduzierbar und nachvollziehbar bewertet werden müssen. Der Graumaßstab ermöglicht eine einheitliche visuelle Klassifizierung und wird deshalb in zahlreichen Prüfverfahren zur Farbechtheit und Materialbeständigkeit als Bewertungsinstrument eingesetzt.
Verwandte Prüfungen
Als unmittelbar verwandte Prüfung bietet das FILK die DIN EN ISO 105-A05 an, bei der die Änderung der Farbe instrumentell bewertet und daraus eine Graumaßstabszahl bestimmt wird. Die DIN EN ISO 105-A03 verwendet einen Graumaßstab zur visuellen Bewertung des Anblutens auf Begleitgewebe. Mit der DIN EN ISO 105-A04 steht hierfür zusätzlich ein instrumentelles Verfahren zur Bewertung des Anblutens zur Verfügung.
