Leder - Prüfung der Haftfestigkeit von Zurichtungen
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Unser Labor führt Prüfungen nach Norm DIN EN ISO 11644 zur Bestimmung der Haftfestigkeit von Zurichtungen auf Leder im akkreditierten Verfahren durch. Die Norm beschreibt ein standardisierte Methode zur Bewertung der Verbindung zwischen Lederoberfläche und Zurichtungsschicht bzw. zwischen einzelnen Schichten eines Finishsystems. Die Prüfung dient der Beurteilung der Qualität, Dauerhaftigkeit und Gebrauchseignung von fertig zugerichteten Ledern. Sie ist insbesondere für pigmentierte und beschichtete Leder mit zusammenhängender Zurichtung relevant, wie sie beispielsweise im Automotive-, Möbel-, Schuh- oder Bekleidungsbereich eingesetzt werden.
Die Prüfung eignet sich insbesondere zur Bewertung von Lederoberflächen hinsichtlich:
Haftfestigkeit von Zurichtungen und Beschichtungssystemen
Verbundfestigkeit mehrschichtiger Finishaufbauten
Beständigkeit gegenüber mechanischer Beanspruchung
Qualität und Dauerhaftigkeit von pigmentierten Lederoberflächen
Prozess- und Produktionskontrolle bei der Lederzurichtung
In unserem Prüflabor auch Schadensanalyse bei Ablösungen, Abblättern oder Delaminationen von Finish-Schichten, Einsatz bei Klärung von Reklamationen
Die Norm ist für zugerichtete Glattleder mit geschlossener Beschichtung vorgesehen. Nicht geeignet ist das Verfahren hingegen für Leder ohne kontinuierliche Zurichtungsschicht, beispielsweise Nubuk-, Velours-, Anilin-, Pull-up- oder perforierte Leder.
Durchführung der Haftfestigkeitsprüfung
Bei dem Test wird ein Lederprüfkörper mit seiner zugerichteten Oberfläche auf eine starre Haftplatte aufgeklebt. Anschließend wird der freie Lederstreifen in einer Zugprüfmaschine unter definierten Bedingungen in einem Winkel von etwa 90° von der Haftplatte abgezogen. Dabei verbleibt die Zurichtung ganz oder teilweise auf der Platte. Die zum Ablösen erforderliche Kraft wird kontinuierlich gemessen und als Haftfestigkeit der Zurichtung ausgewertet.
Die Norm definiert hierfür unter anderem:
definierte Klebstoff- und Haftplattenanforderungen,
eine konstante Prüfgeschwindigkeit von 100 mm/min,
sowie die Aufzeichnung eines Kraft-Weg-Diagramms zur Auswertung des Ablöseverhaltens.
Zusätzlich können Prüfungen an vorbehandelten oder beanspruchten Proben durchgeführt werden, beispielsweise nach Feuchte-, Wärme- oder Alterungseinwirkung, um das Verhalten der Zurichtung unter praxisnahen Einsatzbedingungen zu bewerten. Die Untersuchung wird häufig ergänzend zu weiteren Lederprüfungen wie Abrieb-, Kratz-, Flex-, Hydrolyse- oder Klimawechselprüfungen eingesetzt.