VW PV 3968 Leder-Anschmutzung (Akkreditiert)

Volkswagen PV 3968: Leder - Anschmutzverhalten

Unser Labor führt Prüfungen nach der Volkswagen PV 3968 im akkreditierten Verfahren durch. Die Prüfvorschrift beschreibt ein standardisiertes Verfahren zur Bestimmung des Anschmutzverhaltens von Leder. Dabei wird untersucht, wie stark sich eine definierte Verschmutzungs- und Reibbeanspruchung auf das optische Erscheinungsbild der Lederoberfläche auswirkt.

Die Prüfung ist insbesondere für Lederoberflächen im Fahrzeuginnenraum relevant, die während der Nutzung regelmäßig Kontakt und Reibung ausgesetzt sind und dadurch sichtbare Verschmutzungen aufnehmen können. Typische Anwendungen sind beispielsweise Sitzbezüge und andere lederbezogene Interieur-Bauteile. Die Prüfung unterstützt die Material- und Oberflächenauswahl sowie die Qualitätssicherung von Leder für Automotive-Anwendungen.

Durchführung der Prüfung nach VW PV 3968

Die Prüfung erfolgt mit einem Martindale-Scheuerprüfgerät und einem Pilling-Aufsatz in Anlehnung an DIN EN ISO 12945-2. Als Anschmutzmedium wird ein definiertes Baumwoll-Denim-Gewebe verwendet, das unter anderem mit Indigo, Schwefelschwarz und Sebum präpariert ist. Vor der Prüfung werden sowohl die Lederproben als auch das Anschmutzgewebe mindestens 24 Stunden bei 23 ± 2 °C und 50 ± 5 % relativer Luftfeuchte konditioniert.

Die Lederprobe wird auf dem Teller des Martindale-Gerätes befestigt und das Anschmutzgewebe in den Pilling-Halter eingespannt. Die Prüfung erfolgt mit einer definierten Belastung von 12 kPa. Nach 1.000 Scheuertouren werden die Lederproben aus dem Prüfgerät entnommen und bewertet.

Bewertung des Anschmutzverhaltens

Die angeschmutzten Lederproben werden visuell mit einer unbehandelten Referenzprobe verglichen. Die Bewertung erfolgt mithilfe des Graumaßstabes nach DIN EN 20105-A02; das Ergebnis wird in Graumaßstabsstufen angegeben. Zwischenstufen bei der Bewertung sind möglich.

Damit ermöglicht die PV 3968 eine reproduzierbare und vergleichende Bewertung der Empfindlichkeit unterschiedlicher Leder und Lederoberflächen gegenüber einer definierten Anschmutzbeanspruchung. Die Ergebnisse sind insbesondere für Materialauswahl, Produktentwicklung und Qualitätssicherung von Leder im Fahrzeuginnenraum von Bedeutung.

Bezug zu anderen Normen und Volkswagen-Prüfvorschriften

Die VW PV 3968 steht in engem Zusammenhang mit den Martindale-Prüfverfahren nach DIN EN ISO 12945-2 und DIN EN ISO 12947-1. Die Prüfgeräte und die Durchführung orientieren sich an diesen Normen, während die PV 3968 spezielle Bedingungen für die Anschmutzprüfung von Leder festlegt.

Innerhalb der Volkswagen-Prüfvorschriften besteht ein direkter Bezug zur PV 3356. Während die PV 3356 das Anschmutz- und anschließende Reinigungsverhalten von Textilien untersucht, dient die PV 3968 speziell der Beurteilung des Anschmutzverhaltens von Leder. Beide Verfahren verwenden eine definierte Anschmutzbeanspruchung mit einem Martindale-Prüfgerät und ermöglichen damit die Bewertung von Oberflächenmaterialien für den Fahrzeuginnenraum.

Anwendung im Fahrzeuginnenraum

Die PV 3968 ist insbesondere für Lederoberflächen relevant, bei denen das optische Erscheinungsbild trotz wiederholtem Kontakt mit Kleidung und anderen potenziellen Verschmutzungsquellen möglichst erhalten bleiben soll. Dies betrifft vor allem Sitzleder und andere häufig berührte Lederoberflächen im Automotive-Interieur.

Die definierte Anschmutzung ermöglicht es, verschiedene Lederqualitäten und Oberflächenausrüstungen unter vergleichbaren Bedingungen zu untersuchen und ihre Eignung für beanspruchte Anwendungen im Fahrzeug zu beurteilen.



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