VDA 230-212 Anschmutzung/Reinigung (Akkreditiert)

Prüfung nach VDA 230-212: Leder, Kunststoffbahnenwaren und Textilien für Kraftfahrzeuge - Bestimmung des Anschmutz- und Reinigungsverhaltens - Verfahren mit Anschmutzgewebe

Unser Labor führt die Prüfung nach VDA 230-212 im akkreditierten Verfahren zur Bestimmung des Anschmutz- und Reinigungsverhaltens von Leder, Kunststoffbahnenwaren und Textilien für die Kraftfahrzeuginnenausstattung durch. Das Verfahren basiert auf der ISO 26082-1 und verwendet ein definiertes Anschmutzgewebe sowie ein modifiziertes Martindale-Prüfgerät. Untersucht wird sowohl, wie stark ein Material angeschmutzt beziehungsweise angefärbt wird, als auch, in welchem Umfang sich die Verschmutzung anschließend wieder entfernen lässt.

Die Prüfung eignet sich insbesondere für Leder, Kunstleder und beschichtete Textilien sowie textile Materialien im Fahrzeuginnenraum. Als Standard-Anschmutzgewebe wird, sofern keine abweichende Vorgabe besteht, ein mit Indigo und Schwefelschwarz gefärbtes Jeansgewebe verwendet, das mit Olivenöl und Ruß angeschmutzt ist. Damit wird eine reproduzierbare, für Automotive-Oberflächen anspruchsvolle Verschmutzungsbeanspruchung erzeugt.

Durchführung der Prüfung VDA 230-212

Die Probe wird im Martindale-Prüfgerät mit dem definierten Anschmutzgewebe beansprucht. Standardmäßig werden unterschiedliche Beanspruchungsstufen mit 128 beziehungsweise 1.000 Touren untersucht; abweichende Tourenzahlen können durch die jeweilige Spezifikation vorgegeben werden. Das Verfahren erzeugt eine möglichst gleichmäßige Anschmutzung der Materialoberfläche.

Nach dem Anschmutzen können die Proben unterschiedlichen Alterungen unterzogen werden. Vorgesehen sind unter anderem Lagerung im Normalklima und Wärmealterung; optional können auch Hydrolysealterung oder eine kombinierte Licht- und Wärmealterung einbezogen werden. Anschließend erfolgt eine manuelle oder instrumentierte Reinigung mit einer definierten Reinigungslösung. Bewertet wird die verbleibende Anfärbung beziehungsweise Verschmutzung im Vergleich zur ursprünglichen Probe.

Anwendungen des Tests

VDA 230-212 bildet die Kombination aus Anschmutzung, Nutzungseinflüssen und anschließender Reinigung ab. Dadurch lässt sich nicht nur die unmittelbare Schmutzempfindlichkeit einer Oberfläche beurteilen, sondern auch, ob Verschmutzungen nach Alterungsbeanspruchung dauerhaft im Material verbleiben oder wieder entfernt werden können.

Das Verfahren eignet sich besonders zum Vergleich unterschiedlicher Oberflächenzurichtungen, Beschichtungen, Farben und Materialrezepturen. Ebenso können Reinigungsverfahren, Reinigungsmittel und Antischmutzausrüstungen untersucht werden. Durch wiederholte Durchführung der Prüfung lässt sich beispielsweise beurteilen, wie dauerhaft eine schmutzabweisende Ausrüstung wirksam bleibt.

Verwandte Prüfungen

Das zugrunde liegende Martindale-Verfahren zur Bestimmung des Anschmutzens von Leder wird am FILK nach DIN EN ISO 26082-1 durchgeführt. Für die Bewertung mechanischer Beanspruchungen von Automotive-Oberflächen steht außerdem die Scheuerfestigkeitsprüfung nach VDA 230-211 zur Verfügung. Die in VDA 230-212 optional vorgesehene Hydrolysealterung kann nach VDA 230-208 durchgeführt werden.

Hier finden Sie auch eine Übersicht über unser Prüfangebot an VDA-Prüfungen und -Spezifikationen.



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