Alternative Dispergatoren in polymeren Pasten und Schmelzen

BMWi INNO-KOM 49MF180073 | Laufzeit: 11.2018 – 10.2020 Bernhard Trommer, FILK Freiberg
  • Kategorien:
  • Technische Textilien/Composite

Ausgangssituation

Weltweit werden ca. 15 Mio. t/a Füll­stoffe und Additive in Kunst­stoffen verarbeitet. Die Hälfte davon bilden Rezeptur­bestand­teile für Polyole­fine und PVC. Auch die Produktion von Kunst­stoff­bahnen umfasst zahl­reiche Verfahrens­schritte, die Matrix­polymere mit Füll­stoffen und Additiven kombi­nieren. Die Art und Weise der Ein­arbei­tung in poly­mere Pasten und Schmelzen bewirkt eine Viel­zahl von Effekten, die die Qualität der Produkte maßgeblich bestimmen und den Verar­beiter vor permanent zu lösende Aufgaben stellen.

Projektziel

Das Ziel des Vorhabens bestand in der Suche nach alter­na­tiven Dispergier­hilfen für Füll­stoffe und Additive in Polymer­schmelzen und PVC-Plasti­solen für deren Einsatz in Streich- und Extrusions­prozessen zur Herstellung von Kunst­stoff­bahnen. Der gewählte Lösungs­ansatz sollte die bekannten maschinen­bau­lichen Mittel wie Extrusions­werk­zeuge, Schnell­mischer oder Walzen­stühle wirksam und kosten­günstig ergänzen.

Lösungsweg

Als erfolgversprechende Alternative für den Einsatz als Disper­gator erwiesen sich Misch­konden­sate sulfo­nierter Aromate und Form­aldehyd. Ihre Gewinnung stützt sich auf die Sulfo­nierung von Naphthalin mit mehr­kernigen pheno­lischen Aromaten und der Konden­sation mit Form­aldehyd in verschie­denen Anteilen. Diese speziellen Produkte wurden in der Vergangen­heit als Hilfs- und Aus­tausch­gerb­stoffe unter dem Ober­begriff Syntane speziell für die Leder­industrie entwickelt. Anhand von Modell­rezep­turen unter Verwen­dung alter­na­tiver Disper­gatoren wurden mögliche Wechsel­wirkungen mit verschie­denen zähig­keits­modi­fi­zierenden, flamm­hemmenden und leit­fähigen Additiven in thermo­plas­tischen Compounds und PVC-Pasten experimentell getestet. Außerdem wurde die Eignung der Disper­gatoren als Verträg­lich­keits­vermittler für Bio- und synthe­tische Polymere unter­sucht.

Ergebnisse

Die Versuche zeigten, dass die Wirk­samkeit der Disper­ga­toren mit dem Vorhanden­sein funktio­neller Gruppen der behan­delten Hilfs­mittel in Beziehung steht. Als sinn­volle Dosie­rung erwiesen sich Einsatz­mengen von ≥ 2 % Dispergator bezogen auf die Gesamt­rezeptur. Eine erfolg­reiche Einar­bei­tung wurde bevor­zugt als wäss­riger Ansatz erreicht. Beim Mischen und Plas­ti­fi­zieren wurde eine scher­ver­dünnende Wirkung der Disper­ga­toren auf Polymer­schmelzen nach­ge­wiesen. Bei einer kombi­nierten Anwen­dung mit konven­tio­nellen Weich­machern beein­fluss­ten die Disper­ga­toren das Scher­ver­halten von Bio­poly­mer­schmelzen (PLA) im Sinne eines dila­tan­ten Ver­hal­tens, das heißt, ein zeit­abhängiger Wieder­anstieg der Visko­sität bei fort­lau­fender Scher­bean­spruchung wurde beobachtet. Die Einflüsse auf die Festig­keit und das Defor­mations­verhalten von unpolaren Matrix­poly­meren waren gering.

Der Einsatz der Disper­ga­toren in Weich-PVC-Folien mit leit­fähigen Füll­stoffen führte zu starken anti­stati­schen Eigen­schaften (Perkolations­netz­werke). Außerdem zeigten sich die Disper­ga­toren als wirk­same Verträg­lich­keits­vermittler (Compatibilizer) zwischen synthe­tischen und Bio­poly­meren.

   

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Danksagung

Das Forschungsvorhaben „Alternative Dispergatoren in polymeren Pasten und Schmelzen“, Reg.-Nr.: 49MF180073 wurde anteilig vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages innerhalb des Förderprogramms „FuE-Förderung gemeinnütziger externer Industrieforschungseinrichtungen – Innovationskompetenz (INNO-KOM) – Modul Marktorientierte Forschung und Entwicklung (MF)“ über den Projektträger EuroNorm GmbH gefördert. Wir bedanken uns für die gewährte Unterstützung.

Dieses Projekt wurde gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Kontakt

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