Energetische und stoffliche Verwertung von chrombelasteten Gerbereirückständen in Biogasanlagen (BioChrome)

BMWK IGF 22208 BR | Laufzeit: 12.2021 – 05.2024 Kathrin Leppchen-Fröhlich, FILK Freiberg
  • Kategorien:
  • Biomaterialien
  • Leder

AUFGABENSTELLUNG

Bei der Leder­herstellung fallen eine Viel­zahl von Nebenprodukt- und Abwasser­strömen an, die unter­schied­lich belastet sind. Während die Abwässer im Allgemeinen gut in Klär­anlagen behandelt werden können, ist insbe­sondere die Reinigung der Abwässer von Chrom­salzen sehr aufwendig und nach wie vor eine deut­liche Kosten­position. Ein weiterer Prozess­strom, dessen Behand­lung welt­weit bisher nicht befriedi­gend erfolgt, ist die Verwer­tung von chrom­haltigen Falz­spänen aus der Dicken­bear­beitung von Leder­halb­fabri­katen und chro­mierte Beschneide­abfälle der gegerbten und zuge­richteten Leder. Während die Depo­nierung in Deutschland und weiteren euro­päischen Ländern verboten ist und damit keine Lösung darstellt, sind die derzei­tigen Entsorgungs- bzw. Verwertungs­wege der chro­mierten, festen Gerberei­abfälle noch nicht erfolg­reich einsetzbar, proble­matisch für Groß­anwendungen oder nicht wirt­schaft­lich.

 

PROJEKTZIEL | ARBEITSHYPOTHESE

Ziel des Forschungs­projektes ist die Entwick­lung eines kosten­effi­zienten, ökolo­gischen und ökono­mischen Verfahrens zur ener­getischen und stoff­lichen Verwer­tung chro­mierter Falz­späne und Beschneide­abfälle aus der Leder­her­stellung. Für eine voll­ständige Verwer­tung soll der Aufschluss dieser Substrate und der anschließende anaerobe Abbau hinsicht­lich einer maximalen Bio­gas­ausbeute optimiert werden. Weiterer Projekt­schwer­punkt ist das Chrom­recycling aus den Biomasse­gär­resten. Das erzeugte energie­reiche Biogas als auch das zurück­gewonnene Chrom kann dann dem Kreis­lauf der Gerberei wieder zugeführt werden. Der angefallene chrom­freie Gär­rest kann deponiert oder direkt bzw. als Roh­stoff für Dünge­mittel verwendet werden.

 

NUTZEN | AUSBLICK

Dieses Projekt adressiert vorder­gründig KMU aus den Bereichen Gerbereien, Umwelt­firmen, Ingenieur­büros, Service­firmen, Planer, Projek­tanten, Umwelt­labora­torien und Prüf­labore. Der mess­bare wirt­schaft­liche Nutzen stellt sich in Form von Umsatz­steige­rungen, Zugewinn an Arbeits­plätzen und Kosten­senkungen dar. Die weiteren Auswir­kungen des Projekt­ergeb­nisses wie Umwelt­ent­lastung durch die Chrom­rück­gewinnung, Zugewinn an Know-how, Investi­tionen und zunehmende Akzeptanz des Energie­trägers Biogas führen im Zusammen­wirken mit diesem mess­baren Nutzen zu einer spür­baren Erhöhung der Wett­bewerbs­fähig­keit von KMU.


FORMALE ANGABEN
PROJEKTLeiTER FILK
PROJEKTPARTNER

Programm: IGF

Förderkennzeichen: 22208 BR

Projektbeginn: 12.2021

Laufzeit: 30 Monate

Dr. Kathrin Leppchen-Fröhlich

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