Gerbaktivität von Secoiridoid-Gerbstoffen

BMWK INNO-KOM 49MF210154 | Laufzeit: 01.2022 – 06.2024 Michaela Schröpfer, FILK Freiberg
  • Kategorien:
  • Leder

AUFGABENSTELLUNG

Secoiridoide sind eine Gruppe von sekundären Pflanzen­inhalts­stoffen, deren hervor­ragende Eignung zur Gerbung von Häuten erst in jüngerer Zeit entdeckt wurde. Secoiridoide finden sich haupt­sächlich in Pflanzen der Familie Oleaceae. Dazu gehören z. B. die Gattungen Olea (Oliven­bäume) und Ligustrum (Liguster). Die enthal­tenen Secoiridoide sind Derivate des Oleuropeins. Der Vernetzungs­mechanismus, die mole­kulare Struktur und die Molekül­größe der Secoiridoide unter­scheiden sich grund­legend von denen der klassischen vegeta­bilen hydroli­sier­baren und konden­sierten Gerb­stoffe. Aktivierte Secoiridoide können im Kollagen kovalente Quer­vernetzungen indu­zieren, wobei der Reaktions­mechanismus ähnlich dem des Glutar­alde­hydes mit Kollagen ist. Die klassischen Methoden der Gerb­stoff­gehalt­bestimmung von pflanz­lichen Gerb­stoffen liefern für diese Art Gerb­stoff keine zufrieden­stellenden Ergeb­nisse. Für die Leder­herstellung ist eine konstante und verläss­lich einstell­bare Aktivität des einge­setzten Gerb­mittels aber von heraus­ragender Bedeutung.

 

PROJEKTZIEL | ARBEITSHYPOTHESE

Ziel des Projektes ist es, eine einfache Methode zur quanti­ta­tiven Bestimmung der Gerb­aktivität von neuen, vegeta­bilen Gerb­stoffen auf Basis von Secoiridoiden zu entwickeln.

 

NUTZEN | AUSBLICK

Die üblicherweise bei der Leder­herstellung für die Haupt­gerbung einge­setzten Gerb­stoffe geraten einer­seits durch Konsumenten­wünsche und anderer­seits durch gesetz­liche Rege­lungen immer mehr unter Druck. Aufgrund ihrer speziellen moleku­laren Struktur und des daraus resul­tierenden Bindungs­mechanismus sind Liguster- und Oliven­gerb­stoffe eine gute Alterna­tive, synthe­tische oder minera­lische Gerb­stoffe zu ersetzen. Die Entwicklung einer Analyse­methode würde erheb­lich zu einer erhöhten Akzeptanz und breiteren Nutz­bar­keit der Secoiridoid-Gerbstoffe beitragen und damit eine Nutzung von neuen, regional und in Europa verfüg­baren, bio­basierten Gerb­stoffen befördern.


FORMALE ANGABEN
PROJEKTLEITER FILK
PROJEKTPARTNER

Programm: INNO-KOM

Förderkennzeichen: 49MF210154

Projektbeginn: 01.2022

Laufzeit: 30 Monate

Dr. Michaela Schröpfer

keine


Kontakt

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